Studie: Kinder ärmerer Eltern seltener auf Gymnasium

Berlin (dpa) – Kinder aus Elternhäusern mit weniger Geld und ohne Abitur gehen einer Untersuchung des Ifo-Instituts zufolge auch deutlich seltener aufs Gymnasium als Kinder aus bessergestellten Haushalten mit Eltern, die selbst Abitur haben. Nur etwa jedes fünfte Kind (21 Prozent) mit zwei Elternteilen ohne Abitur und einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 2600 pro Monat besucht demnach ein Gymnasium. Demgegenüber sind vier von fünf Kindern (80 Prozent) von Eltern, die beide Abitur haben und zusammen mehr als 5500 Euro netto haben, Gymnasiasten.

Die Ergebnisse zeigten ein «frappierendes Ausmaß» der Ungleichheit der Bildungschancen in Deutschland, je nachdem, aus welchem familiären Hintergrund ein Kind stamme, hieß es in dem am Dienstag vorgestellten «Chancenmonitor» des Ifo-Instituts und des Vereins «Ein Herz für Kinder» von «Bild». Weiterlesen

Drei zusätzliche Ganztagsschulen im kommenden Schuljahr

Mainz (dpa/lrs) – Rheinland-Pfalz baut das Ganztagsangebot an den Schulen im Land aus. Zum kommenden Schuljahr 2023/2024 werden die Integrierte Gesamtschule Koblenz, das Regino-Gymnasium in Prüm und das Gymnasium Mainz-Mombach als neue Ganztagsschulen starten, teilte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Dienstag in Mainz mit.

«Die Schulen und die Schulträger haben jetzt die Bestätigung erhalten, dass sie ab dem nächsten Schuljahr Ganztagsschule in Angebotsform werden können», erklärte die Ministerin. «Bedingung dafür war, dass genügend Eltern ihre Kinder für den Ganztag anmelden.» Weiterlesen

GEW kämpft weiter für höhere Bezahlung von Lehrkräften

Mainz (dpa/lrs) – Die GEW lässt bei ihrer Forderung für eine bessere Bezahlung der Grundschullehrkräfte in Rheinland-Pfalz nicht locker. Bildungsstaatssekretärin Bettina Brück (SPD) wurde am Montag in Mainz eine Petition überreicht, mit der sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für eine Anhebung der Besoldung für Beamte auf die Stufe A13 und für angestellte Grundschullehrkräfte auf E13 stark macht. Mehr als 6500 Grundschullehrkräfte beteiligten sich an der Petition.

«Die GEW Rheinland-Pfalz sieht akuten Handlungsbedarf», sagte GEW-Landeschef Klaus-Peter Hammer. «Wir fordern die Landesregierung auf, diese Kritik ernst zu nehmen.» Das Land sollte dringend eine Besoldungsanpassung vornehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben. «Es geht zum einen darum, die Abwanderung von Fachkräften zu verhindern und zum andern muss das Grundschullehramt insgesamt attraktiver werden, damit sich überhaupt wieder mehr junge Menschen für das Studium entscheiden.» Weiterlesen

Kontaktpersonen nach Tuberkulose-Fall an Schule getestet

Boppard (dpa/lrs) – Nach einem Tuberkulose-Fall bei einem Schüler oder einer Schülerin in Boppard im Rhein-Hunsrück-Kreis sind etwa 30 Kontaktpersonen getestet worden. Die Tests seien vergangene Woche gemacht worden, sagte eine Sprecherin der Kreisverwaltung. Mit Ergebnissen wird demnach frühestens Mitte nächster Woche gerechnet. Weiterlesen

Linke sehen mehr Schatten als Licht im Breitensport

Die Linken sehen jede Menge Handlungsbedarf im sächsischen Breitensport. «Ein bisschen Licht, aber viel Schatten», fasste die Landtagsabgeordnete Marika Tändler-Walenta am Montag das Ergebnis einer Großen Anfrage ihrer Partei zur Lage des Sports im Freistaat zusammen. Das Innenministerium habe in seiner Antwort keine Angaben über die Höhe des Investitionsbedarfs bei Sportstätten gemacht. Es gebe zwar gelegentlich eine Art Reanimation, aber nicht flächendeckend. Tändler-Walenta verwies auf Zahlen des Deutschen Städte- und Gemeindetages von 2022, wonach allein für die Sanierung kommunaler Sportstätten bundesweit 20 Milliarden Euro gebraucht würden. Für Vereinssportstätten kämen noch einmal 11 Milliarden dazu. Weiterlesen

Brandenburgs Bildungsministerin Ernst tritt zurück

Potsdam (dpa) – Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) tritt zurück. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) habe dem Wunsch nach einem Rücktritt entsprochen, teilte Vize-Regierungssprecherin Eva Jobs ohne Angaben von Gründen am Montag mit. Der Nachfolger von Ernst soll Bildungsstaatssekretär Steffen Freiberg werden. Ernst ist Ehefrau von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Die Ministerin stand in den vergangenen Jahren immer wieder in Kritik von Verbänden und Opposition, zuletzt auch innerhalb der Koalition. Sie war seit dem Jahr 2017 Bildungsministerin in Brandenburg. Weiterlesen

Land gleicht Energie-Mehrkosten der Hochschulen komplett aus

Mainz (dpa/lrs) – Das Land Rheinland-Pfalz gleicht den Hochschulen die Mehrkosten für Energie im vergangenen sowie im laufenden Jahr komplett aus. Insgesamt rechneten die Hochschulen für beide Jahre mit Zusatzausgaben von 55,9 Millionen Euro, sagte Wissenschaftsstaatssekretär Denis Alt (SPD) am Donnerstag in Mainz. Rund 20 Millionen Euro an Entlastungen brächten Bundesmaßnahmen, die verbleibenden 35,9 Millionen Euro kompensiere das Land zu 100 Prozent. Hinzu kommen 4,98 Millionen Euro für die Universitätsmedizin Mainz, so dass Landesmittel von mehr als 40 Millionen Euro fließen. Weiterlesen

Ministerium: Niedrigere Energiepreise entlasten Unis

Mainz (dpa/lrs) – Die Energie-Krise im Zuge des Krieges in der Ukraine hat auch den Hochschulen in Rheinland-Pfalz zu schaffen gemacht. Um Energie und Kosten zu sparen, kehrten einige Hochschulen im Land im vergangenen Semester zeitweise wieder mehr zur Online-Lehre zurück, teils wurden Öffnungszeiten von Bibliotheken verkürzt, teils die Heiztemperatur etwas gesenkt oder es wurden Weihnachtspausen verlängert. Weiterlesen

Trotz Fachkräftemangels hält die Ausbildungsflaute an

Von Christian Ebner, dpa

Wiesbaden (dpa) – Die Corona-Krise hat am deutschen Ausbildungsmarkt tiefe Spuren hinterlassen und zu einer anhaltenden Flaute geführt. Noch nie seit der Wiedervereinigung standen in Deutschland weniger junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis als zum Jahresende 2022, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch berichtete. Nur 1,216 Millionen Auszubildende sind auch das Ergebnis fehlender Praktika und Kontaktmöglichkeiten während der Pandemie, gleichzeitig aber auch Ausdruck einer schon länger anhaltenden Krise des dualen Ausbildungssystems.

Junge Menschen entscheiden sich immer seltener für eine duale Ausbildung: Trotz dringend benötigtem Fachkräftenachwuchs wurden im vergangenen Jahr mit 468.900 Verträgen deutlich weniger neue Ausbildungen begonnen als im letzten Vorkrisenjahr 2019 mit 510.900 Neuverträgen. Die geringe Steigerung um 0,6 Prozent gegenüber 2021 kann die Lücken der Vorjahre nicht ausgleichen. Zehn Jahre zuvor waren es noch fast 100.000 Neuverträge pro Jahr mehr (2011: 561.100).

Fachkräfte fehlen

Dabei würde der Nachwuchs wie auch qualifizierte Zuwanderer dringend gebraucht: Fachkräfte fehlen in Deutschland an allen Ecken und Enden. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass eine Branche vor schwerwiegenden Folgen warnt: Kranke und Alte können bald nicht mehr gepflegt werden, Schwimmbäder müssen perspektivisch schließen und auch die Klimawende im Heizungskeller droht an fehlenden Installateuren zu scheitern.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks zeichnet ein dunkles Bild, demzufolge im Handwerk 250.000 Fachkräfte fehlen, 30.000 Ausbildungsplätze unbesetzt sind und bei 125.000 Betrieben die Nachfolge in Frage steht. ZDH-Präsident Jörg Dittrich fordert eine Bildungswende: «Politik muss endlich für eine gleichwertige Behandlung von akademischer und dualer Ausbildung sorgen.»

Schmerzliche Folgen für die Gesellschaft

Wenn bei schrumpfenden Jahrgängen inzwischen rund die Hälfte ein Studium beginnt, sind die Lücken bei Fachkräften und Helfern aus Sicht der Handwerker programmiert, mit schmerzlichen Folgen für die gesamte Gesellschaft. Das beginnt bei der täglichen Daseinsvorsorge mit Lebensmitteln, Wärme, Strom oder Gesundheitsprodukten und Dienstleistungen, die in einer alternden Gesellschaft immer stärker nachgefragt werden. Auch für die ökologische und digitale Transformation seien Handwerker unverzichtbar.

Dennoch verzeichnete das Handwerk im vergangenen Jahr mit 127.400 Neuverträgen einen weiteren Rückgang der Berufsanfänger um 2,3 Prozent zum Vorjahr. Ärzte, Anwälte, Architekten und weitere freie Berufe stellten 43.400 junge Menschen ein, auch hier ein Minus von 2,5 Prozent. Im Bereich Industrie und Handel stieg die Zahl der Neuverträge in der Jahresfrist hingegen um 2,9 Prozent.

In der Corona-Zeit mit ihren mangelnden Kontakt- und Informationsmöglichkeiten ist auch die Zahl der unbesetzt gebliebenen Lehrstellen weiter gestiegen, wie das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) festgestellt hat. Bundesweit waren das 2021 rund 28 Prozent aller Angebote, im Osten blieb sogar mehr als jeder dritte Ausbildungsplatz (35 Prozent) unbesetzt. Nur noch gut jeder fünfte Betrieb (22 Prozent) nahm 2022 neue Auszubildende an.

Dass gleichzeitig 77 Prozent der Azubis nach ihrem Abschluss übernommen wurden, zeigt den hohen Bedarf der Unternehmen. Die IAB-Forscher empfehlen, mehr Betriebe ausbildungsfähig zu machen. Die bestehenden Ausbildungsbetriebe könnten zudem bei ihren Anforderungen kompromissbereiter sein und dem Nachwuchs mehr längerfristige Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.

Bundesregierung will gegensteuern

Nach Schätzungen gibt es in Deutschland 2,3 Millionen junge Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung, weitere knapp 240.000 sind in Übergangssystemen zwischen Schule und Beruf geparkt. Die Bundesregierung will mit einer Ausbildungsgarantie gegensteuern, notfalls auch in außerbetrieblichen Einrichtungen. Im entsprechenden Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums wird aber der betrieblichen Ausbildung deutlich der Vorrang eingeräumt, während überbetriebliche Angebote nur als letztes Mittel angesehen werden.

Die IG Metall will die Unternehmen stärker in die Pflicht nehmen. «Kurzsichtige Ausbildungsboykotte der Betriebe und Rosinenpickerei bei den Bewerbern schaden allen», sagt Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. Wer nicht ausbilde, müsse zahlen: «Umlagefinanzierte Ausbildungsfonds wie in Bremen würden Unternehmen mehr in die Pflicht nehmen und mehr Ausbildungsanreize setzen.»

Weiterlesen

Zahl neuer Ausbildungsverträge leicht gestiegen

Wiesbaden (dpa) – Im vergangenen Jahr haben mehr junge Menschen eine Ausbildung begonnen als 2021. Die Zahl neuer Ausbildungsverträge stieg leicht um 2700 auf 468.900, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Zahlen berichtet. Der starke Einbruch aus der Zeit der Corona-Krise wurde damit weiterhin nicht wettgemacht. Im Vorkrisenjahr 2019 hatten noch 510.900 junge Menschen eine Ausbildung begonnen.

Deutliche Rückgänge gab es bei den Handwerksberufen mit einem Minus von 2,3 Prozent. Im Bereich Industrie und Handel stieg die Zahl der Neuverträge in der Jahresfrist hingegen um 2,9 Prozent. Zum Jahresende 2022 befanden sich damit 1,22 Millionen Personen in den mehrjährigen Berufsausbildungen. Das waren noch einmal 3 Prozent weniger als im Jahr 2021. Weiterlesen

Aktuelle Ausgabe kostenfrei als E-Paper lesen
Eifelzeitung E-Paper Aktuelle Ausgabe kostenfrei als E-Paper lesen