Özdemir ermöglicht Bauern über EU-Regeln mehr Weizenanbau

Berlin (dpa) – Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) will angesichts angespannter Getreidemärkte infolge des Ukraine-Krieges Bauern in Deutschland ermöglichen, Agrarflächen für den Anbau bestimmter Pflanzen zur Nahrungsmittelproduktion länger zu nutzen.

Ein am Freitag vorgelegter Kompromissvorschlag Özdemirs sieht nach Angaben seines Ministeriums ein einmaliges Aussetzen der EU-Neuregelungen zu Flächenstilllegung und Fruchtwechsel vor. Demnach sollen unter anderem die eigentlich geplanten zusätzlichen Artenschutzflächen erst 2024 eingeführt werden. Bauern könnten dann im kommenden Jahr auf diesen Flächen weiter Nahrungsmittel anbauen. Weiterlesen

30 Heuballen bei Merzig in Flammen

Merzig (dpa/lrs) – Etwa dreißig Heuballen haben am späten Sonntagabend auf einem abgemähten Feld bei Merzig gebrannt. Wie es zu dem Feuer auf der etwa 600 Quadratmeter großen Fläche kam, sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen, bevor sich die Flammen auf ein angrenzendes Waldstück ausbreiteten. Verletzt wurde niemand.

 

Trockenheit: Bauern- und Winzerverband fürchtet Einbußen

Koblenz (dpa/lrs) – Die im Frühjahr ausgesäten Kulturen wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben leiden nach Angaben des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau stark unter der Trockenheit und Hitze. «In vielen Regionen, vor allem im Süden und Westen des Landes, hat der Mais statt bis zu einer Höhe von drei Metern nur Hüfthöhe erreicht», teilte Sprecher Herbert Netter am Donnerstag in Koblenz mit. Bei weiter andauernder Trockenheit sei regional mit Einbußen von 50 Prozent bis zu Totalverlusten zu rechnen. Im Weinbau müssten die Jungreben bis zu einem Alter von etwa fünf Jahren bewässert werden. Weiterlesen

Anbau von Sonnenblumen mehr als verdoppelt

Wiesbaden (dpa) – Landwirte in Deutschland haben im laufenden Jahr deutlich mehr Sonnenblumen angebaut und auf fehlende Importe angesichts des Ukraine-Krieges reagiert. Die Fläche hat sich mehr als verdoppelt. Wichtigster Lieferant für Sonnenblumenöl ist die Ukraine. Die Einfuhren aus dem osteuropäischen Land brachen jedoch ein.

Der Bauernverband rechnet auch 2023 mit einem Plus beim Sonnenblumen-Anbau in Deutschland, jedoch nicht in nennenswerter Größenordnung. Besonders viele der gelb leuchtenden Blumenfelder stehen in Brandenburg. Den Bedarf an Sonnenblumenöl kann Deutschland nur zu einem kleinen Teil aus der heimischen Produktion decken, wenngleich der Selbstversorgungsgrad im vergangenen Jahr stieg. Weiterlesen

Drohnen sollen im Weinberg Schädlinge bekämpfen

Klüsserath (dpa/lrs) – Der Einsatz von Drohnen für den Rebschutz kommt langsam voran. Seit diesem Jahr werden die Spritzmittel gegen Pilzbefall an Mosel, Saar und Ahr auf einer Fläche von 45 Hektar mit diesem Hilfsmittel ausgebracht – bei Weinbausteillagen in Rheinland-Pfalz auf insgesamt 5200 Hektar. Weinbauministerin Daniela Schmitt (FDP) informierte sich am Freitag auf dem Schlossgut Liebieg in Klüsserath an der Mosel über die bisher gemachten Erfahrungen.

Vor allem in den besonders steilen Lagen könne die Drohnentechnologie dazu beitragen, über das zielgenaue Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln die Arbeit im Weinberg einfacher und somit wirtschaftlicher zu machen, erklärte die Ministerin. «Unsere Steillagen sind in vielerlei Hinsicht prägend für Rheinland-Pfalz. Sie bringen hervorragende Weinqualitäten hervor, formen einzigartige Landschaften, die Touristen anlocken, und bieten vielen Arten eine Heimat.» Weiterlesen

Einbußen bei Getreideernte in Rheinland-Pfalz

Bad Ems (dpa/lrs) – Nach einer ersten Erntebilanz des Statistischen Landesamtes in Bad Ems werden die rheinland-pfälzischen Landwirte im laufenden Jahr voraussichtlich rund 1,4 Millionen Tonnen Getreide ernten. Wie das Landesamt am Freitag mitteilte, liegt die Erntemenge fünf Prozent unter dem Durchschnittsniveau der Jahre 2016 bis 2021. Gegenüber der Vorjahresmenge bedeute dies eine leichte Abnahme von 1,4 Prozent.

Nach Einschätzung der Getreidebauern fiel die Ernte im Norden des Landes etwas besser aus als im Süden. Während im Norden nach Angaben des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau gute bis sehr gute Ernteerträge erzielt wurden, blieb in Rheinhessen und der Pfalz die Ernte nach Angaben des dortigen Bauernverbands um 15 bis 20 Prozent hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück. Weiterlesen

Sonniges Wetter beschert Imkern eine gute Honigernte

Mayen/Wachtberg (dpa) – Deutschlands Imker haben in diesem Frühjahr deutlich mehr Honig geerntet als in den Jahren zuvor. In der sogenannten Frühtracht habe jedes Bienenvolk im Schnitt 21,2 Kilo Honig produziert und damit 5,8 Kilo mehr als im verregneten Vorjahr, teilte das Fachzentrum Bienen und Imkerei auf dpa-Anfrage mit. 2020 lag der Wert 3,8 Kilo niedriger als in diesem Frühjahr.

Grund für den hohen Erntewert ist das gute Wetter. «Es war sonnig und trocken, zugleich hatte der Boden aber noch eine Grundfeuchtigkeit», sagte der Leiter des Fachzentrums, Christoph Otten. «Dadurch wuchsen die Pflanzen gut und die Bienen konnten viel Nektar sammeln.» Die Ernte – «Tracht» genannt – unterteilt sich in Früh- und Sommertracht. Letztere steht vor dem Abschluss, Zahlen hierzu gibt es noch nicht. Weiterlesen

Sonniges Wetter beschert Hessens Imkern gute Honigernte

Frankfurt/Main (dpa/lhe) – Die Imker in Hessen haben in diesem Frühjahr deutlich mehr Honig geerntet als im vergangenen Jahr. In der sogenannten Frühtracht habe jedes Bienenvolk im Schnitt 24,1 Kilogramm produziert und damit fast acht Kilo mehr als im verregneten Vorjahreszeitraum, teilte das Fachzentrum Bienen und Imkerei auf dpa-Anfrage mit. Weiterlesen

BASF: Betrieb auch bei Gasnot denkbar

Ludwigshafen (dpa) – Der weltgrößte Chemiekonzern BASF rechnet auch im ungünstigen Fall mit genügend Erdgas für den Weiterbetrieb des Stammwerks in Ludwigshafen – zumindest im eingeschränkten Umfang.

«Sollte die Bundesregierung die dritte und letzte Notstandsstufe ausrufen, gehen wir derzeit davon aus, dass BASF noch ausreichend Erdgas erhalten würde, um den Betrieb am Standort Ludwigshafen mit reduzierter Last aufrechtzuerhalten», sagte Konzernchef Martin Brudermüller am Mittwoch anlässlich der Vorlage detaillierter Zahlen zum zweiten Quartal.

BASF spielt nach seinen Worten eine wichtige Rolle als Lieferant für alle möglichen Ausgangsstoffe für Industrie und Landwirtschaft und geht davon, dass dies berücksichtigt wird. Er könne aber nicht sagen, was in Extremfällen am Standort Ludwigshafen passiere. «Wir gehen aber davon aus, dass wir es schaffen und dass wir nicht in die Abstellung kommen, aber garantieren kann es keiner», sagte der BASF-Manager. Ende April hatte er bereits gesagt, dass der Betrieb in Ludwigshafen notfalls heruntergefahren werden muss. Hintergrund sind die gedrosselten Erdgaslieferungen aus Russland. Weiterlesen

Getreidebauern im Norden mit Ernte zufriedener als im Süden

Weinsheim (dpa/lrs) – Gute bis sehr gute Ernteerträge haben die Getreidebauern im Norden von Rheinland-Pfalz erzielt. Auch die Qualitäten seien meist gut, teilte der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau am Dienstag in Weinsheim (Kreis Bad Kreuznach) mit.

Damit schneidet der Norden besser ab als der Süden des Bundeslands – in Rheinhessen und der Pfalz blieb die Ernte nach Angaben des dortigen Bauernverbands um 15 bis 20 Prozent hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück. Weiterlesen

Bauern macht Trockenheit schwer zu schaffen

Gundersheim (dpa/lrs) – Nach heißen und trockenen Wochen ist Getreide in ganz Rheinland-Pfalz früher reif geworden als sonst, bei meist unterdurchschnittlichen Erträgen und in geringerer Qualität. «Reich werden wir auch in diesem Jahr nicht», sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, am Donnerstag in Gundersheim (Kreis Alzey-Worms). Für die nördlichen Regionen im Bundesland sagte der Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau, Michael Horper: «Der Weizen leidet, auf den weniger schweren Böden geht das in Richtung Notreife.»

In Rheinhessen und der Pfalz bleibt die Ernte in diesem Jahr nach Angaben Hartelts um 15 bis 20 Prozent hinter dem langjährigen Durchschnitt zurück. In der Nordpfalz, wo auch Hartelt seine Felder bestellt, sei die Situation teilweise dramatisch. Dort habe es im Mai und Juni kaum Niederschläge gegeben so dass die inzwischen weitgehend abgeschlossene Ernte um 50 Prozent eingebrochen sei. In der Westpfalz sehe es etwas besser aus. Dort gebe es überraschend positive Ergebnisse beim Raps im Raum Pirmasens. «Aber auch in der Vorder- und Südpfalz wird dringend Regen gebraucht.»

Bei der für die Brauereien bestimmten Wintergerste fiel das Ernteergebnis besser aus als beim Weizen. «So extreme Temperaturen wie im Mai hält die Weizenpflanze nicht aus», sagte der Vorsitzende des Verbandsausschusses Pflanzenbau, Adolf Dahlem, auf dem von ihm geführten Hof. «Sie sagt dann: Ich wachse nicht weiter und lasse die Körner reifen, die da sind.» Der Proteingehalt der Weizenkörner erreiche teilweise nicht die für Brot geforderte Qualität. Für das nördliche Rheinland-Pfalz, wo die Ernte noch nicht so weit vorangeschritten ist, sagte Horper im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, dass der Weizen sein Potenzial in diesem Jahr nicht ausschöpfen könne, «weil uns die Trockenheit zu schaffen macht».

Wetterbedingte Schwankungen seien die Betriebe gewohnt, sagte Dahlem- «Was wir nie hatten, war die kaufmännische Extremlage mit großen Preisunterschieden.» Die stark gestiegenen Preise im Mai und Juni als Folge des Krieges in der Ukraine seien inzwischen wieder rückläufig. Weil viele Bauern einen Teiln ihrer Ernte schon im vergangenen Jahr mit Vorverträgen verkauft hätten, könnten sie kaum von den höheren Erzeugerpreisen profitieren, seien aber gleichzeitig von gestiegenen Düngemittel- und Dieselpreisen betroffen.

Hartelt wandte sich gegen Überlegungen in der EU für eine pauschale Flächenstilllegung zugunsten des Artenschutzes, gegen Einschränkungen beim Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln und gegen Vorgaben zur Fruchtfolge. Damit würde das Höfesterben weiter gefördert. «Wir müssen jetzt planen, wir müssen unsere Äcker vorbereiten», sagte der Bauernverbandspräsident. «Im Moment hängen wir in der Luft. Wir wissen nicht, was von Brüssel kommt und was nicht.»

«Ich bin stinkesauer», sagte Dahlem zu den aktuellen Diskussionen in der Agrarpolitik. Es werde nicht honoriert, dass die meisten Landwirte sehr umweltbewusst arbeiteten. Wenn das Düngen weiter eingeschränkt werde, werde der Anbau von Weizen wirtschaftlich nicht mehr lohnend sein. Dann werde auf seinem 1250 Jahre alten Hofgut kein Weizen mehr fürs tägliche Brot angebaut.

 

 

 

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