«Heut ist ein guter Tag» – sagen die Donots

Von Jonas-Erik Schmidt, dpa

Köln/Ibbenbüren (dpa) – Punkrock aus Ibbenbüren? Als latent überheblicher Großstadtbewohner ist man schnell geneigt, das irgendwie putzig zu finden. Zumindest so lange, bis Ingo Knollmann erklärt, wie die Verhältnisse damals so waren im Münsterland.

«Kleine oder mittelgroße Städte sind der Nährboden von Dorfpunks», sagt er, sitzend an seinem Küchentisch. «Weil du da an vorderster Front konservative Strukturen mitbekommst.» Oder, um es weniger akademisch auszudrücken: «In Ibbenbüren hatte gefühlt jeder Mensch jenseits der 50 einen Jägerzaun aus dem Hintern ragen.» Da habe man sich einfach entscheiden müssen, auf welcher Seite man habe stehen wollen.

Knollmann kann Dinge ohne lange Umschweife auf den Punkt bringen und das zeichnet auch die Band aus, deren Sänger er ist. Die Donots – aus jenem Ibbenbüren – gehören seit mehr als 20 Jahren zu den bekanntesten deutschen Punkbands, im Mainstream noch etwas verdeckt von den Toten Hosen und den Ärzten. «Heut ist ein guter Tag» heißt das neue Album – und ein bisschen etwas hört man noch von der Wut auf den Jägerzaun.

Tendenziell auf der pessimistischen Seite

«Das Album sollte schon positiv und hoffnungsvoll sein. Als klassische subkulturelle Band stehen wir natürlich aber auch immer knietief in der Realität», erklärt Knollmann zu der neuen Platte. Es ist die erste seit fünf Jahren. «Tendenziell sind wir dadurch auch immer ein bisschen auf der pessimistischen Seite geparkt.»

Rund um die 2000er gelang den Donots das Husarenstück, als deutsche Band mit englischen Punkrock-Songs («Whatever Happened To The 80s») bekannt zu werden, die sich unpeinlich in Playlists mit amerikanischen Genre-Größen wie Blink-182 einfügten. Hätte man ohne Vorwissen tippen müssen, wäre man beim Anhören gedanklich eher in Kalifornien als im Tecklenburger Land gelandet.

Seit einigen Jahren singen sie nun auf Deutsch. Das hat der Band aber nochmals einen neuen Schub gegeben. «Dadurch wurde alles noch mal intensiver, noch mal größer», sagt Knollmann. Im Sommer eröffneten die Donots das Festival Rock am Ring – zusammen mit den Toten Hosen.

Mit viel Witz

Die neuen Songs umgibt mal kindlicher Trotz («Auf sie mit Gebrüll»), mal erzählen sie von der ungläubigen Verzweiflung, mit der man auf die Menschheit und den Planeten blicken kann («Kometen»). Das alles wird aber nicht allzu düster vorgetragen, sondern mit Witz und der metaphorischen Faust in der Tasche. «Eine Platte wie ein Gästelistenplatz für die Apokalypse», heißt es im beiliegenden Text. Es ist die perfekte Begleitmusik, um nachts wütend in ein Freibad einzubrechen, denkt man sich, wenn man dem Album lauscht.

«Als Punkrock-Band verkaufst du keine heile Welt. Wir sind ja nicht Schlager», sagt Knollmann. «Du sagst: Die Gesamtscheiße ist scheiße – aber wir müssen irgendwie die Treppe hochfallen.»

Abgemischt wurden die Lieder so, dass sie sich sehr live anhören, was dem Hörerlebnis sehr zugutekommt. Auch hört man dem Album nicht an, dass seine Entstehungszeit in der bleiernen Corona-Hochphase liegt. Wegen der Pandemie lagen bei den  Donots durchaus größere zeitliche Abstände zwischen den gemeinsamen Musik-Sessions. «Ich bin sehr glücklich darüber, dass sich die Platte nicht anhört wie ein Mixtape verschiedener Bands, was wegen der Pausen wirklich hätte passieren können», sagt Knollmann.

Sein Küchentisch steht übrigens in Köln, einer Großstadt. Und gewohnt hat er lange in Münster. Aber er betont: «Wir sind eine Ibbenbürener Band.» Daran hat sich nichts geändert.

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Putin und Klimakrise Themen beim Kölner Rosenmontagszug

Köln (dpa) – Ein blutrünstiger Wladimir Putin in Nosferatu-Gestalt dreht die Welt durch den Fleischwolf: Der Kölner Rosenmontagszug nimmt dieses Mal zahlreiche brisante Themen ins Visier. «Wir haben viele ernste Themen, weil diese nun mal aktuell die Welt bewegen», sagte Zugleiter Holger Kirsch bei der Vorstellung der Wagen-Entwürfe am Donnerstag.

Dabei zieht sich das 200-jährige Jubiläum des Kölner Karnevals wie ein roter Faden durch den gesamten Zug. Die 23 Persiflage-Wagen greifen Mottos der vergangenen Sessionen auf und münzen sie auf heutige Ereignisse. So wird der frühere US-Präsident Donald Trump mit seinen Ambitionen auf eine erneute Präsidentschaftskandidatur zu «Hanswursts Wiedergeburt», dem Motto von 1831. Weiterlesen

Coca-Cola-Beschäftigte fordern mehr Geld

Dortmund (dpa) – Hunderte Beschäftigte des Getränke-Riesen Coca-Cola haben am Donnerstag ihre Arbeit niedergelegt und bei Kundgebungen in Dortmund und Lüneburg mehr Geld gefordert. Sie wollen monatlich 400 Euro mehr Gehalt und mehr Geld für Auszubildende. Warnstreiks hatte es zuletzt auch in anderen Bundesländern gegeben. Weiterlesen

Hohe Spendebereitschaft: DRK hat genügend Blutkonserven

Ratingen (dpa) – Der kritische Mangel an Blutkonserven für die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ist erst einmal behoben. «Wir haben nach unseren Alarmrufen in den vergangenen Wochen eine sehr hohe Spendebereitschaft gesehen», sagte Stephan David Küpper vom DRK-Blutspendedienst West in Ratingen der Deutschen Presse-Agentur. «Dadurch können wir die Kliniken zum Glück wieder ohne Einschränkungen beliefern.» Um die Krankenhaus-Patienten langfristig zuverlässig mit Blutkonserven versorgen zu können, komme es aber darauf an, dass mehr Menschen regelmäßig zur Blutspende kämen.

Anfang Januar waren die Lager beim DRK-Blutspendedienst West, dem größten Versorger der Region, fast leer. Bei einigen Blutgruppen habe man den Kliniken nur noch die Hälfte der eigentlich bestellten Mengen liefern können, sagte Küpper. Blutkonserven werden etwa bei Operationen, in der Krebstherapie oder für Unfallopfer benötigt. Weiterlesen

Dortmund: Großeinsatz an Schule, ein Schüler verletzt

Dortmund (dpa) – Die Polizei ist am Mittwoch zu einem Großeinsatz an ein Dortmunder Berufskolleg ausgerückt, an dem ein Schüler bei einem Angriff verletzt worden ist. Ein Täter sei festgenommen worden, ein weiterer auf der Flucht, sagte eine Polizeisprecherin.

Es handle sich nicht um einen Amoklauf, betonte sie auf Nachfrage. Nähere Details waren zunächst unklar. Zuvor hatten die «Ruhr Nachrichten» darüber berichtet. Weiterlesen

Eon-Chef sieht Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährdet

Essen (dpa) – Der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands größtem Energieversorger Eon, Leonhard Birnbaum, sieht infolge der Energiekrise die Wettbewerbsfähigkeit Europas gefährdet. «Wir verlieren gegenüber den USA und Asien an Boden», sagte er am Dienstagabend vor Journalisten in Essen. Durch die Umstellung auf Flüssiggas (LNG) per Schiff werden die Energiepreise seiner Meinung nach nicht mehr auf das Vorkriegsniveau zurückkommen. Die europäische Gesellschaft müsse deshalb «jetzt die Ärmel hochgekrempelt lassen» und für ihren Wohlstand kämpfen, so Birnbaum.

Der Manager erneuerte seinen Appell, weiter Energie zu sparen und sich nicht in Sicherheit zu wiegen. Gleichzeitig brauche es attraktivere Investitionsanreize für internationale Kapitalgeber, um die grüne Transformation voranzutreiben. Weiterlesen

Wie die Schauspielerin Picco von Groote zu ihrem Namen kam

Hamburg/Köln (dpa) – Die Schauspielerin Picco von Groote (41, «Die Liebe des Hans Albers») identifiziert sich voll und ganz mit ihrem Vornamen – obwohl sie eigentlich Bettina heißt. «Ich wurde nie anders genannt. Denn seit ich als Jüngstes der Geschwister auf die Welt gekommen bin, hat meine Mutter konsequent Picco zu mir gesagt – abgeleitet von italienisch Piccolina, der “Kleinen”», sagte von Groote in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. «In der Grundschule zum Beispiel habe ich gar nicht mehr auf Bettina reagiert. Das hat dazu geführt, dass auch die Lehrer gezwungen waren, mich Picco zu nennen.» So habe sich ihr Spitzname durchgesetzt. Weiterlesen

Ingo Knollmann hält die Menschheit für «strunzdumm»

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In Koffer entdeckt: Weißer Alligator lebt jetzt in NRW-Zoo

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Lebenszeichen: Neues Album vom Frank Popp Ensemble

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