Heftige Kritik an Ford im Saar-Landtag

Saarbrücken (dpa/lrs) – Mit scharfer Kritik am Autokonzern Ford wegen dessen befürchteten Rückzugs vom Produktions-Standort Saarlouis hat am Mittwoch eine Plenarsitzung des saarländischen Landtages begonnen. «Dieses Management hat eiskalt und rücksichtslos Tausende Arbeitnehmer in Saarlouis und Valencia gegeneinander ausgespielt», sagte der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ulrich Commerçon. Das Management wollte noch am Mittwoch mitteilen, ob ein künftiges Elektroauto in Saarlouis oder im spanischen Valencia produziert wird.

Bei einer Entscheidung für Valencia stehen in Saarlouis 4600 Arbeitsplätze sowie fast 2000 weitere Arbeitsplätze bei Zulieferer-Unternehmen auf dem Spiel.

Commerçon sagte, das Management des Konzerns habe «immensen Druck» ausgeübt und existenzielle Ängste geschürt: «Ein psychischer Druck bis zur Belastungsgrenze und darüber hinaus.» Das Management habe den Menschen nicht nur den Schlaf geraubt, «es hat sie in gewisser Weise auch ihrer Würde beraubt». «Was für eine Schande!», sagte Commerçon. «Das Saarland hat immer zu Ford gestanden, jetzt muss auch Ford zum Saarland stehen.» Falls im Wettbewerb zwischen Saarlouis und Valencia in einem sogenannten Bieterverfahren «getrickst» worden sei, «dann muss das die teuerste Werksschließung in der Geschichte von Ford werden».

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stephan Toscani sagte, das Land sei mit seinem Angebot an Ford «an die Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit gegangen». Das Saarland habe «nicht nur irgendein Angebot, sondern das beste Angebot gemacht». Seit Jahren lebten die Beschäftigten in Ungewissheit über die Zukunft. Sie hätten Kurzarbeit, die Streichung einer Nachtschicht und den Wegfall ganzer Produktionslinien mitgetragen, um den Standort zu sichern: «Umso mehr verdienen Sie jetzt eine verlässliche Zukunftsperspektive.»

 

 

 

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