Oetker-Gruppe wächst trotz Aufspaltung

Bielefeld (dpa) – Trotz Pandemie und Aufspaltung des Unternehmens hat die Dr.-Oetker-Gruppe im vergangenen Geschäftsjahr ihren Umsatz gehalten.

Die Nahrungsmittel- und Getränkebereiche mit Tiefkühlpizzen, Backpulver und Bier blieben laut Mitteilung vom Dienstag jeweils auf dem Niveau des Vorjahres. Der Bereich «Weitere Interessen» mit dem Getränkelieferservice Flaschenpost legte sogar zu. Die gesamte Gruppe verbuchte einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro (2020: 7,3 Mrd). Im Vorjahresvergleich der ersten zehn Monate erzielte das Unternehmen ein Wachstum von 5,5 Prozent. Zum Gewinn äußert sich das Familienunternehmen traditionell nicht.

Einige Unternehmensteile wie Hotels und der Schaumweinhersteller Henkell/Freixenet sind nach der Aufspaltung des Konzerns unter den Familienstämmen nur bis zum 31. Oktober im Konzernbericht enthalten. Die Dr.-Oetker-Gruppe hatte sich im November nach einem jahrelangen Streit der Erben über die Ausrichtung in zwei unabhängige Unternehmensgruppen geteilt.

Albert Christmann, persönlich haftender Gesellschafter der Dr. August Oetker KG, spricht bei der Bilanz-Pressekonferenz. Foto: Guido Kirchner/dpa

Das abgelaufene Geschäftsjahr sei zum einen von der Pandemie mit ihren Unwägbarkeiten und ihren Folgen für die Weltwirtschaft und zum anderen von der Teilung geprägt gewesen, sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Albert Christmann. «Dass es vor diesem Hintergrund gelungen ist, die Umsätze zu steigern und neue Unternehmen in den Gruppenverbund zu integrieren, erfüllt uns alle mit großer Freude.»

Für das dieses Jahr zeigte sich Christmann bei der Prognose zurückhaltend. Nach der Pandemie werde die Weltwirtschaft durch den der Ukraine-Krieg belastet.

Verluste gab es bei der Radeberger-Gruppe. Hier verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 1,6 Prozent. Lockdown und Auflagen für die Gastronomie hätten nach 2020 erneut für starke Absatzverluste beim Fassbier gesorgt, teilte Dr. Oetker mit.

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Tarifeinigung in der Stahlbranche: 6,5 Prozent mehr Geld

Düsseldorf (dpa) – Nach schwierigen Verhandlungen und Warnstreiks haben sich die IG Metall und die Arbeitgeber auf einen neuen Tarifvertrag für den Großteil der deutschen Stahlbranche geeinigt.

Am 1. August sollen die Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent steigen, wie die Gewerkschaft und der Arbeitgeberverband Stahl in Düsseldorf mitteilten. Der Vertrag läuft 18 Monate und beginnt im Juni. Für die ersten zwei Monate bekommen die Beschäftigten insgesamt 500 Euro als Einmalzahlung, Auszubildende 200 Euro.

Der Tarifvertrag gilt für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, wo 68.000 Menschen in der Branche tätig sind. Die Tarifpartner in Ostdeutschland dürften die Vorgaben übernehmen. Damit der Tarifvertrag gültig wird, ist noch die Zustimmung der Tarifkommission der IG Metall nötig. In den kommenden Wochen wird in den Betrieben noch ein Stimmungsbild in der Belegschaft eingeholt, danach dürfte die Gewerkschaft ihre finale Zusage erteilen – dass dies passiert, gilt als so gut wie sicher. Die Arbeitgeberseite hat dem Papier bereits zugestimmt.

Warnstreiks in zahlreichen Städten

In den vergangenen Wochen hatten Tausende Beschäftigte in Städten wie Salzgitter, Bremen, Bochum und Duisburg an Warnstreiks teilgenommen, um die Arbeitgeber zum Einlenken zu bewegen. Die hatten zuletzt eine Erhöhung von 4,7 Prozent bei einer Laufzeit von 21 Monaten angeboten. Die IG Metall wiederum hatte 8,2 Prozent mehr Geld gefordert bei einer einjährigen Laufzeit. Nach einer neunstündigen vierten Verhandlungsrunde trafen sich die Tarifparteien am frühen Mittwochmorgen grob gesagt in der Mitte dieser Positionen.

Ein Mitarbeiter reinigt im Stahlwerk der Salzgitter AG eine Roheisenpfanne. Foto: Christophe Gateau/dpa

Gerhard Erdmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbands Stahl, sagte nach der Einigung, dass die Tariferhöhung «am obersten Rand des gerade noch Vertretbaren» liege. Man hoffe, dass sich die konjunkturellen Risiken – wie etwa die globalen Lieferketten-Probleme und die Folgen des Ukraine-Krieges – nicht mit voller Wucht auf die Stahlbranche auswirkten. «Sollte das passieren, müssen die Tarifparteien Lösungen finden.»

Höchste Erhöhung seit 30 Jahren

Der IG-Metall-Bezirksleiter NRW Knut Giesler zeigte sich zufrieden. «In Zeiten einer hohen Inflation ist uns ein Verhandlungsergebnis gelungen, das den Beschäftigten sofort ein deutliches Plus von 6,5 Prozent ins Portemonnaie bringt.» Es handele sich um die höchste prozentuale Erhöhung in der Stahlindustrie seit 30 Jahren. «Mit diesem Ergebnis erhalten die Beschäftigten ihren berechtigten Anteil an der momentan sehr guten wirtschaftlichen Situation der Branche.»

Der alte, ausgelaufene Tarifvertrag war im März 2021 vereinbart worden, damals hatte die IG Metall das Volumen der Erhöhungen auf etwa zwei Prozent beziffert und von Reallohnsteigerungen gesprochen. Der Blick zurück zeigt, wie sich die Zeiten geändert haben: Damals war die Inflation noch kein großes Thema – das ist heute völlig anders.

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Landesweit rund 63.800 private Waffenbesitzer registriert

Mainz (dpa/lrs) – Rund 63.800 private Waffen- und Waffenteilbesitzer sind Ende vergangenen Jahres in Rheinland-Pfalz registriert gewesen. Sie hätten zum Stichdatum 31. Dezember 2021 rund 360.000 Schusswaffen (und wesentliche Teile) besessen, teilte das rheinland-pfälzische Innenministerium auf dpa-Anfrage in Mainz mit. Ein erheblicher Teil der Waffenbesitzer seien Jäger oder Sportschützen.

Nach dem Waffengesetz hat die zuständige Waffenbehörde Inhaber von waffenrechtlichen Erlaubnissen in regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch nach Ablauf von drei Jahren, auf deren Zuverlässigkeit und persönliche Eignung zu prüfen. Das Fortbestehen des «waffenrechtlichen Bedürfnisses» etwa für die Jagd oder den Schießsport werde alle fünf Jahre überprüft, hieß es. 2017 standen noch rund 383.000 registrierte Schusswaffen in den Listen.

2018 hatte es eine bundesweite Waffenamnestie gegeben, bei der illegale Waffen – zum Beispiel aus Erbfällen – straffrei abgegeben werden konnten. «Damals wurden alleine in Rheinland-Pfalz fast 7000 Waffen abgegeben, bei der Amnestie 2009 waren es sogar über 8000 Waffen», sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD). Noch in der laufenden Legislaturperiode des Bundestages solle es eine erneute bundesweite Waffenamnestie geben.

Bei der Amnestie 2018 seien landesweit tatsächlich «nur» 2847 illegale Waffen abgegeben worden. Der Anteil der freiwillig abgegebenen Schusswaffen aus legalem Besitz, beispielsweise angemeldete Erbwaffen, Waffen aus Altbesitz, aber auch erlaubnisfreie Schreckschusswaffen und Luftdruckwaffen, habe mit 3804 Waffen überwogen, teilte das Ministerium mit.

Eine Handfeuerwaffe SFP9-SF bei einer Ausstellung. Foto: Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Die Zahl der «Kleinen Waffenscheine» hat in den vergangenen Jahren auch in Rheinland-Pfalz weiter zugenommen. Laut Nationalen Waffenregister lag die Zahl Ende 2021 bei 38.125, nachdem sie Ende 2019 noch bei 34.298 (plus rund 3800) gelegen hatte. Ein «Kleiner Waffenschein» erlaubt das Tragen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Der Trend nach oben bei den «Kleinen Waffenscheinen» ist bundesweit festzustellen.

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Mehrheit der Betriebe kann Erdgas nicht kurzfristig ersetzen

Nürnberg (dpa) – Die Energiekrise hat einer Studie zufolge einen Teil der deutschen Unternehmen auch ohne Gas-Lieferstopp bereits erreicht.

Bei einer Umfrage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) im Mai berichteten 14 Prozent von fast 2000 Betrieben von einem Rückgang der Produktion als Folge des Ukraine-Krieges, wie aus der in der Fachzeitschrift «Wirtschaftsdienst» veröffentlichten Studie hervorgeht. Die Risiken eines Gasembargos für die deutsche Wirtschaft wären nach Einschätzung der Autoren hoch. Die meisten Betriebe (58 Prozent) könnten das benötigte Erdgas kurzfristig nicht ersetzen.

Bei einem Stopp russischer Gaslieferungen erwarten rund zwei Drittel der energieintensiven Betriebe, die Erdgas brauchen, deutliche Produktionseinschränkungen bis hin zu einem Stopp. Bei den nicht-energieintensiven Unternehmen ist es mehr als jedes Fünfte. Zwar würden die meisten Betriebe auch im Falle eines Lieferstopps weiter versorgt, aber um eine Rationierung in bestimmtem Umfang käme man zunächst nicht herum, schrieben die Autoren.

Energiepreise machen Unternehmen zu schaffen

Der Umfrage zufolge sind 70 Prozent der Unternehmen von den Energiepreissprüngen seit Kriegsbeginn betroffen. 25 Prozent der Betriebe, die Vorleistungen beziehen, berichteten von Lieferengpässen.

Fast jeder zweite Betrieb (45 Prozent) hat wegen der wirtschaftlichen Folgen des Krieges bereits die Preise erhöht. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil mit 77 Prozent im Bauhauptgewerbe, in den Bereichen Verkehr (75 Prozent) und Gastgewerbe (73 Prozent) sowie in der Industrie (67 Prozent). Insgesamt rechnen weitere 27 Prozent der Befragten mit Preiserhöhungen.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich bislang dagegen vergleichsweise robust. Knapp 12 Prozent der Betriebe haben Personalmaßnahmen ergriffen, meist in Form reduzierter Arbeitszeiten und durch Überstunden-Abbau. Entlassungen sind den Angaben zufolge dagegen kaum ein Thema.

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Hyzon Motors erwirbt Orten-Fahrzeugbau Gruppe und baut damit seine Aktivitäten in Deutschland aus

  • Durch die Transaktion strebt Hyzon an, die operative Präsenz in Deutschland zu erweitern, Kundenzugang zu erhalten und sich im attraktiven deutschen „Zero-Emission-Truck-Market“ anzusiedeln, die Expertise in den Bereichen Elektrifizierung und Antriebsstrang-Kits zu erweitern sowie Fertigungskapazitäten auszubauen.
  • Die Orten-Gruppe verfügt über eine nahezu hundertjährige Erfahrung in der Aufbau- sowie Lastwagen- und Anhängerindustrie. Orten ist einer der Pioniere der Elektrifizierung neuer und gebrauchter Nutzfahrzeuge vom Dieselantrieb zum emissionsfreien Elektroantrieb. Hiermit unterstützt Orten weltweite CO2-freie Mobilität.

ROCHESTER, N.Y./Bernkastel-Kues  – 13. Juni 2022 – Hyzon Motors (NASDAQ: HYZN), ein globaler Anbieter von emissionsfreien Nutzfahrzeugen mit Wasserstoff- und Brennstoffzellenantrieb, gab heute die Unterzeichnung eines rechtsverbindlichen Kaufvertrags der Orten Betriebs GmbH und der Orten Electric-Trucks GmbH (zusammen „Orten”) bekannt. Orten ist ein innovativer deutscher Lkw- und Aufbau-Hersteller und spezialisiert auf die Getränkeindustrie. Mit Vollzug des Kaufvertrags wird im vierten Quartal 2022 gerechnet. Weiterlesen

14. Team mit Stern: Gerolsteiner spendet dieses Jahr an 16 gemeinnützige Projekte in der Region

Bereits zum 14. Mal unterstützt der Gerolsteiner Brunnen soziale Initiativen in der Vulkaneifel mit einer Summe von insgesamt 50.000 Euro. 16 Teams aus den Verbandsgemeinden Gerolstein, Daun und Kelberg können sich in diesem Jahr über finanzielle Förderung freuen. Die Auszeichnung der Gewinnerteams sowie deren Projekt-Paten/innen fand dieses Jahr im Gerolsteiner Besucherzentrum statt. Weiterlesen

DM-Kassen funktionieren nach Softwareproblemen wieder

Karlsruhe (dpa) – Wegen einer Softwarepanne hatten mehrere Filialen der Drogeriekette DM am Dienstagmorgen vorübergehend Probleme mit ihren Kassen.

Der Fehler sei schnell aufgefallen, weil er zuerst in den Märkten aufgetreten sei, die schon um 7.00 Uhr öffneten, berichtete das Karlsruher Unternehmen. IT-Spezialisten hätten die Ursache rasch gefunden und den Fehler behoben. Alle betroffenen Kassen seien nun wieder funktionsfähig, teilte DM am Nachmittag mit.

Wie viele Märkte bundesweit von der Panne betroffen waren, blieb unklar. Das lasse sich erst in der Nachbereitung feststellen, hieß es. Ebenso wurde nicht mitgeteilt, welche Probleme es genau gab.

Schon Ende Mai war es vorübergehend nicht möglich, mit Karte zu bezahlen. Damals waren unter anderem auch Supermarktketten in ganz Deutschland betroffen. Ursache war ein Softwarefehler in einem weit verbreiteten Kartenzahlungsgerät.

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G7-Gegner planen Protestcamp und viele Kundgebungen

München (dpa) – Die Kritiker des bevorstehenden G7-Gipfels auf Schloss Elmau wollen das Treffen mit zahlreichen Protestveranstaltungen begleiten.

Geplant sind unter anderem Demonstrationen in Garmisch-Partenkirchen und München, ein Sternmarsch zum Tagungsort der Staats- und Regierungschefs und ein Protestcamp, wie die Organisatoren am Dienstag in München ankündigten. In München ist zudem ein «Alternativgipfel» geplant. Das G7-Treffen soll vom 26. bis 28. Juni zum zweiten Mal in dem alpinen Luxushotel zu Füßen des Wettersteingebirges stattfinden.

Anders als beim letzten Elmauer G7-Gipfel 2015 gehen die Veranstalter davon aus, dass das Protestcamp in Garmisch-Partenkirchen mit Zeltplätzen für rund 750 Menschen dieses Mal von vornherein genehmigt wird. Sie kündigten jedoch vorbeugend eine Klage gegen ein erwartetes Kundgebungsverbot vor dem Tagungshotel an, in dem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) US-Präsident Joe Biden und die übrigen Gipfelteilnehmer treffen will.

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