Neues Desaster am Flughafen Hahn

Hahn. Die Hiobsbotschaften vom Flughafen Hahn reißen einfach nicht ab. Offenbar hat man jetzt mit einer  rumänischen Fluggesellschaft „Schiffbruch“ erlitten. Ursprünglich waren am Flughafen Hahn Flüge mit der Fluggesellschaft „Fly Romania“ im Angebot. Das ist auch großartig angekündigt worden. Die Fly Romania Flüge sollten bis zum Ende der Sommersaison nach Bukarest und Tulcea buchbar sein. Es scheint jetzt, dass für die gesamte restliche Zeit bis Ende Oktober 2014 keine Flüge mehr buchbar sind. Bis auf einen einzigen Flug ist nichts passiert am Hahn. Die rumänische Fluggesellschaft Fly Romania hat offensichtlich Probleme, ihre Flüge vom Flughafen Hahn planmäßig durchzuführen. Bislang gab es nur den Jungfernflug Anfang Juni. Die rumänische Fluglinie wollte eigentlich ab Juni viermal die Woche vom Hunsrück aus nach Rumänien starten.

Eine Flughafensprecherin sagte, die Flüge wären bisher nicht genügend ausgelastet. Passagiere, die vom Hahn aus fliegen wollten, wurden auf den Frankfurter Flughafen umgebucht. Die geringe Auslastung läge daran, dass die Airline noch neu und bisher relativ unbekannt sei. Aussagen des Hahn-Management, dass Passagiere, die vom Hahn aus fliegen wollten auf den Frankfurter Flughafen umgebucht wurden, klingen ziemlich unglaubwürdig. Angesichts der Feststellungen in einer Meldung eines rumänischen Nachrichtendienstes mit der Überschrift: „Thousands of passengers scammed by FLY ROMANIA Airlines”, (Anmerkung: scammed= betrogen“) glauben wir den Aussagen der Sprecherin des Flugplatzes Frankfurt-Hahn nicht.

Auch die Presse, die Verantwortlichen im Flughafenmanagement und öffentliche Stellen bspw. in Regierungskreisen werden in diesem Artikel massiv kritisiert. „Dieser Kritik können wir uns in vollem Umfang anschließen“, heißt es in der Presseveröffentlichung der BI „Gegen den Nachtflug Hahn“.  Kritisch zu hinterfragen ist insbesondere die Rolle der Geschäftsführung der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und des Aufsichtsratsvorsitzenden Salvatore Barbaro. Beide hatten die Flugverbindung von FlyRomania, offensichtlich in dem Wunsch, endlich der Öffentlichkeit etwas Positives vom Flughafen Frankfurt-Hahn zu präsentieren, in den höchsten Tönen gelobt.

Haben Hahngeschäftsführung  und Aufsichtsrat wieder versagt?
Wenn der Bericht aus Rumänien stimmt und es sich tatsächlich um Betrugsdelikte handelt, weil Passagiere, die gebucht hatten, weder auf andere Flüge umgebucht wurden noch eine Rückerstattung erhalten haben, so stellt sich die Frage, ob vor Unterzeichnung des Vertrages mit Fly Romania die Seriosität des Vertragspartners ausreichend überprüft wurde. Wahrscheinlich war die Seriositätsprüfung genauso gründlich wie in Sachen Nürburgring. Warum wurden nicht schon Anfang Juni, als sich das Debakel bei der Fluggesellschaft „Fly Romania“ abgezeichnet hat, die Flüge, wenigstens die ab Hahn sofort eingestellt oder die Kunden zumindest gewarnt?  Weder die Hahn-Geschäftsführung, noch der Aufsichtsrat hat funktioniert.

Hat die Landesregierung  Zuschüsse für Fly Romania gezahlt?
Nach der offensichtlichen Einstellung der Flüge ist jetzt die Frage zu klären, in welcher Höhe Fly Romania Marketing-Support oder Zuschüsse vom Flughafen, dem Land Rheinland-Pfalz oder einer anderen Landesgesellschaft für die Aufnahme der Strecken erhalten hat und wenn ja, ob diese mit Aussicht auf Erfolg zurückgefordert werden.

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