Scheuer (CSU) und Pofalla (CDU) haben Bahn nicht im Griff – Anton Fischer

Seit März 2018 ist Andreas Scheuer (CSU) Bundesverkehrsminister. Außer arrogant zu sein, kann er offensichtlich nichts. Die Investitionen in Verkehr- / Baumaßnahmen in Scheuers Wahlkreis stiegen seitdem enorm. Das Geld aus der Bundeskasse findet auf wundersame Weise immer wieder seinen Weg nach Bayern. Auch seine CSU-Bundesverkehrsminister-Vorgänger Dr. Peter Ramsauer (2009-2013), Alexander Dobrindt (2013-2017) und Christian Schmidt (kommissarisch 2017-2018) waren diesbezüglich nicht geizig, um es einmal gelinde auszudrücken. Würde so etwas im zivilen Privatbereich passieren, könnte man getrost von Diebstahl sprechen. Aber die Herrschaften aus Bayern fühlen sich schon seit Jahrzehnten besser, als der Rest der Republik. Dabei haben sie in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik Deutschland Gelder aus dem Ausgleichsfonds bekommen, also quasi von anderen Bundesländern.

Hier ein Beispiel:

Die Zugfahrt von Düsseldorf Hbf nach Berlin Hbf, am Mittwoch, den 10.11.2021, sollte um 13:52 Uhr starten. Vorgesehen war Abfahrt auf Gleis 17. Dann hieß es, dass der Zug auf Gleis 18 ankommt und dass er eine andere Wagenreihung habe. Also: Treppen runter, Treppen rauf zu Gleis 16. 2 Minuten vor Abfahrt kam dann folgende Meldung: „Der ICE 941 nach Berlin fährt heute von Gleis 10 ab.“ Also wieder einmal: Treppe runter, über das halbe Bahnhofsgelände, dann wieder Treppe rauf. Da musste man schnell und fix sein, sonst hätte man den ICE nach Berlin verpasst. Das Vorkommnis mit der anderen Wagenreihung ist schon ein Witz. Aber hier handelt es sich nicht um eine andere Wagenreihung, sondern um einen ganz anderen Zug, so dass die reservierten Sitzplätze nicht vorhanden waren. Ist Verkehrsminister Andreas Scheuer eigentlich schon einmal mit der Bahn gefahren?

Am Dienstag, den 16.11.2021 sollte dann die Rückfahrt von Berlin Hbf nach Düsseldorf Hbf um 10:46 Uhr erfolgen und das auf dem vorgesehenen Gleis Nr. 13. Aber: Der Zug, der vom Berliner Ostbahnhof kommen sollte, kam und kam nicht. Immer wieder kamen kaum verständliche Lautsprecherdurchsagen, dass sich die Abfahrt verzögern wird. In den Display-Anzeigen am Bahnsteig wurden keine Änderungen angezeigt. Eine halbe Stunde später kam dann ein Zug an. Vorher bekam man von der DB Reisebegleitung per Mail mitgeteilt, dass in diesem Falle das Ehepaar in 2 verschiedenen Wagons, nämlich in Wagen 12 und 14, platznehmen sollte. Glücklicherweise gab es überhaupt keine Reservierungsanzeigen in diesem Zug, sodass man dann doch nebeneinandersitzen konnte. Warum der ICE eine halbe Stunde später abfuhr, erfuhr man nur am Rande. Am Berliner Ostbahnhof schien eine Oberleitung defekt sein. Der Zug bestand aus Wagons in Richtung Düsseldorf und Köln. Normalerweise erfolgt eine entsprechende Zugteilung in Hamm.

Die Bahndurchsagen und Informationen waren mehr als dürftig. Öfters hieß es: „Es liegen keine Informationen vor. Wir melden uns aber, falls wir Bescheid wissen.“ Gibt es bei der Deutschen Bahn kein Telefon, keine E-Mail oder keine anderen modernen Telekommunikationsmittel? Man muss sich als Deutscher schämen, wenn man sieht, dass ausländische Fahrgäste das Drama nur kopfschüttelnd begleiten können. Natürlich gab es auch meistens nicht rechtzeitig Informationen über mögliche Anschlussverbindungen. Häufiger kamen so dumme Aussagen wie: „Die Zentrale hat diesen Zug für eine Anschlussfahrt nicht freigegeben.“ Zwischen Hannover und Bielefeld stoppte der ICE dann plötzlich. Dort gab es eine Signalstörung.

Herr Scheuer, Herr Pofalla, Herr Lutz und Co. warum haben Sie seit vielen Jahren die Bahn marode werden lassen? Auch konnte lange Zeit niemand den nach Köln Reisenden sagen, ob sie in Hamm oder in Dortmund in einen anderen Zug umsteigen müssen. Absolutes Chaos! Kurz vor Essen hieß es dann, man müsse noch ein wenig Geduld haben und man könne noch nicht in den Bahnhof einfahren, weil die Gleise noch durch andere Züge belegt seien. Das zur Organisation! Das der Speisewagen nicht alle vorgesehenen Speisen anbieten konnte, war nur ein kleines Malheur: Die Kühlung war ausgefallen. Mit welch einem Schrott fährt die Deutsche Bahn eigentlich durch das Land? Es ist grausam, aber Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ist immer ganz schön arrogant und hat dabei nichts im Griff und das nicht nur bei der Bahn. Seit dem 22.03.2017 ist Dr. Richard Lutz Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG. Was hat er seitdem für die Bahn getan? Sein Vorgänger war Rüdiger Grube, und zwar von Mai 2009 bis Januar 2017. Die Politiker der Bundesregierung haben ihn seinerzeit aus dem Amt gedrängt, weil Grube dabei war die Bahn zu sanieren. Wahrscheinlich wissen es die meisten Bahn-Manager, der Verkehrsminister und die Bundesregierung immer noch nicht, dass die Bahn sanierungsbedürftig ist. Pofalla wurde am 05.12.2005 vom CDU-Bundesvorstand als CDU-Generalsekretär benannt. Die CDU-geführte Regierung hat dem CDU Politiker Pofalle einen gut bezahlen Posten bei der Deutschen Bahn AG zukommen lassen, und zwar als Vorstand für Infrastruktur. Was wurde seitdem gemacht?

Jedes Jahr ist bei der Deutschen Bahn alles noch schlechter geworden. Dr. Levin Holle ist seit dem 01.02.2020 Vorstand für Finanzen & Logistik bei der Deutschen Bahn AG. Ja, wo bleibt denn dann eine vernünftige Logistik? Berthold Huber ist seit dem 22.03.2017 Vorstand für den Personenverkehr. Pofalla hat die Infrastruktur verkommen lassen und Huber hat sich wohl nicht ausreichend um den Personenverkehr gekümmert. Seit dem 01.01.2020 ist Dr. Siegrid Evelyn Nikutta Vorstand für den Güterverkehr. Gibt es überhaupt einen funktionierenden Güterverkehr bei der Deutschen Bahn AG? Wenn man so über die Autobahnen und Landstraßen fährt, merkt man, dass der Güterverkehr fast ausschließlich auf der Straße stattfindet. Der Anteil der Bahn beim Güterverkehr ist minimal und wurde auch in den letzten Jahren nicht ausgebaut.

„Dr. Daniela Gerd tom Markotten“ ist seit dem 15.09.2021 Digitalvorständin bei der Deutschen Bahn AG. Gut, sie ist erst neu dabei. Sie wird es schwer haben. Es ist schwierig die Deutsche Bahn AG zu digitalisieren. Sie soll sich wohl auch um das Thema Technik bei der Deutschen Bahn AG kümmern. Das wird aber ein schwieriges Unterfangen, wenn seit Jahrzehnten die Technik bei der Deutschen Bahn zusehends verrottet. Martin Seiler ist dem 01.01.2018 Vorstand für Personal und Recht bei der Deutschen Bahn AG. Bei der erwähnten ICE-Katastrophen-Fahrt am 16.11.2021 von Berlin nach Düsseldorf hat man das Personal der Bahn „im Regen stehen lassen“. Armes Deutschland! Warum man den arroganten Andreas Scheuer (CSU) nicht schon vor Jahren nach Hause geschickt hat, ist völlig unverständlich. Fähige Minister braucht das Land und nicht CDU/CSU-Parteigenossen, die sich als Pöstchen-Jäger erweisen.

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