Nässe lässt Weinmosternte schrumpfen

Rotmost besonders stark von Schädigungen betroffen

Auf gut 5,3 Millionen Hektoliter schätzten die Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz Ende August die Erntemenge für Weinmost. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert wären das elf Prozent weniger. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt die Abnahme knapp zehn Prozent. Ein wichtiger Grund für die kleine Weinmosternte sind die Witterungsbedingungen der vergangenen Monate. Die hohen Niederschläge und die fehlenden Sonnenstunden beeinträchtigten die Blüte und begünstigten den Befall mit Pilzkrankheiten und Schädlingen. In den letzten Wochen wurden in den Rotweinlagen verstärkt Schädigungen durch die Kirschessigfliege gemeldet; ein aus dem asiatischen Raum eingedrungener Schädling, für den noch keine wirksamen Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung stehen. Sollte die derzeit herrschende sommerliche Witterung anhalten, könnten die Winzerinnen und Winzer noch mit einem „blauen Auge“ davon kommen.

Die Erntemenge der weißen Moste liegt nach den aktuellen Schätzungen mit 3,7 Millionen Hektoliter knapp sieben Prozent unter der Vorjahresmenge. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2006 bis 2015 fällt der Rückgang geringfügig höher aus. Beim Rotmost wird eine Abnahme der Erntemenge um 16 Prozent erwartet. Mit knapp 1,7 Millionen Hektolitern läge die Erntemenge 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Für Rheinhessen – dem größten Weinanbaugebiet Deutschlands – und die Pfalz wurden Erntemengen von 2,2 bzw. 2,0 Millionen Hektoliter geschätzt. Sie lägen damit um zwölf bzw. elf Prozent unter den Vorjahresmengen. An der Mosel wird mit 0,7 Millionen Hektoliter eine Erntemenge erwartet, die gut vier Prozent unter der Vorjahresmenge liegt. Aufgrund des Termins, zu dem die Schätzungen erfolgen, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet und größere Veränderungen auf Grund des weiteren Witterungsverlauf zu erwarten.

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