Ryanair reduziert erneut Flüge ab Hahn

Hahn. Auf der Homepage der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH findet sich der Gesamtflugplan für den Sommer 2018. Demnach hat Ryanair neben den bereits bekannten Streichungen der Flugverbindungen nach Porto (-4 x wöchentlich), Venedig (-5 x wöchentlich), Valencia (-5 x wöchentlich), Zadar (- 2 x wöchentlich) und Timisoara/Temeswar (- 2 x wöchentlich) auch noch die Frequenzen auf den Strecken nach Faro, Montpellier und Vilnius um jeweils einen wöchentlichen Flug reduziert. Der seit Jahren von der „BI gegen den Nachtflughafen“ festgestellte, schleichende Verlust des Flugangebotes durch Herabsetzung der Flugfrequenzen auf einzelnen Strecken setzt sich demzufolge auch 2018 fort.

Minus 18 Flüge pro Woche
Laut dem nun veröffentlichten Flugplan verringert sich das Angebot von Ryanair am Flughafen Frankfurt-Hahn im Sommerflugplan 2018 gegenüber 2017 um insgesamt 18 Flüge bzw. 12,46% die Woche. Die Anzahl sinkt von 135 Flüge pro Woche in 2017 auf nur noch 117 pro Woche in 2018. Gegenüber dem Sommerflugplan 2016 fällt die Kürzung noch gravierender aus. Hier sind es bereits 28 wöchentliche Flüge (von 145 auf 117) die gestrichen wurden Das sind fast 20 Prozent weniger.

Droht neues Ungemach am Horizont?
Noch größeres Kopfzerbrechen dürfte den Verantwortlichen der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und ihres Eigentümers, der chinesischen HNA, der stetige Ausbau der Flugverbindungen von Ryanair ab Frankfurt und Luxemburg bereiten. Hinter dem Ausbau der Strecken von Frankfurt und Luxemburg und der Reduzierung in Hahn lässt sich ein Muster erkennen, was auf eine Strategie hindeutet. So werden entweder Strecken in Frankfurt oder Luxemburg eröffnet und gleichzeitig wird direkt in Hahn reduziert oder zum nächsten Flugplanwechsel. Im letzteren Fall ist davon auszugehen, dass Ryanair in der Phase des Parallelbetriebs die Durchschnittserträge je Passagier analysiert und je nach Ergebnis reagiert. Außerdem schaltet Ryanair Flüge ab Frankfurt oder Luxemburg früher als in Hahn zur Buchung frei und entscheidet kurzfristig nach Buchungslage, ob die Flüge ab Hahn eingestellt oder weiterhin parallel angeboten werden.

Dublin und Lissabon ab Frankfurt und Luxemburg
Ryanair wird ab Winterflugplan 2018/2019 von Frankfurt am Main zweimal wöchentlich nach Dublin fliegen, von Luxemburg sogar dreimal wöchentlich. Dies könnte spätestens zum Beginn des Sommerflugplans 2019 das Ende für die Strecke von Hahn nach Dublin bedeuten. Gleiches gilt für die Strecke nach Lissabon. Ryanair fliegt Lissabon ab dem Sommerflugplan 2018 ab Frankfurt siebenmal wöchentlich an, ab Luxemburg viermal wöchentlich. Auch diese Strecke droht dem Hahn verloren zu gehen. Auch die im Sommerflugplan von Ryanair ab dem Flughafen Frankfurt erstmals angebotenen Strecken nach Barcelona-Gerona, Faro, Pisa, Malaga, Chania (Kreta), Pula (Kroatien), Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa stehen in direkter Konkurrenz zum Hahner Flugangebot. Auch hier ist mittelfristig, d.h. zum Sommerflugplan 2019, mit weiteren Reduzierungen ab Hahn.

Höhere Ticketpreise statt Fahrtkosten
Mit dem Angebot von Ryanair ab den Flughäfen Frankfurt und Luxemburg fliegen immer mehr Menschen ab diesen Flughäfen und fahren nicht mehr zum Hahn. Sie ersparen sich die Fahrtkosten und eine stressige Anfahrt. Sie akzeptieren dafür im Gegenzug höhere Ticketpreise als in Hahn.
Sicher ist: Wenn Ryanair seine Ankündigung wahr macht und tatsächlich in Frankfurt 20 Maschinen stationiert und in Luxemburg weiter expandiert, wird das Angebot ab Hahn weiter kräftig sinken, wenn nicht sogar komplett eingestellt werden.

Die Märkte lassen sich nicht betrügen
Dass direkte Hahner Einzugsgebiet ist viel zu dünn besiedelt. Hieraus lässt sich keine ausreichende regionale Nachfrage generieren. Von den Nachfrageschwerpunkten –Ruhrgebiet, Großraum Frankfurt, Neckarregion, Benelux liegt es zu weit entfernt. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Sie stand schon 1991 im Prognose-Gutachten.

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