Warnung vor Taschendieben beim Einkaufen und Diebstählen aus Fahrzeugen!

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Im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Bitburg ist es in den letzten zwei Monaten vermehrt zu Taschendiebstählen bzw. Diebstählen aus Handtaschen oder Rücksäcken sowie zu Diebstählen aus Fahrzeugen gekommen.

14 Taschendiebstähle wurden der Polizei seit Anfang Juni gemeldet. Auffallend ist, dass die Diebstähle vermehrt in Supermärkten stattgefunden haben. Schwerpunkte sind im Bereich Bitburg und Irrel sowie Neuerburg auszumachen. Durch den oder die Täter wurden jeweils die Geldbörsen aus Taschen, die am Einkaufwagen hingen oder darin lagen, in einem unbemerkten Augenblick entwendet. Es wurden auch Fälle bekannt, wo Geldbeutel aus Taschen entwendet wurden, die am Körper getragen wurden. Dabei warteten die Täter entweder einen unbeobachteten Moment ab oder lenkten die Geschädigten beispielsweise durch eine Mittäter*In kurz ab. Nur in wenigen Fällen sind der Polizei Ermittlungsansätze bekannt geworden, weil nicht alle Märkte über Videoüberwachungsanlagen verfügen und die Geschädigten den Diebstahl oftmals gar nicht bemerkt haben. So können normalerweise auch keine Täterbeschreibung mehr abgeben werden.

Um zu vermeiden, Opfer eines Handtaschendiebstahls zu werden, will die Polizei aufklären. Denn nur wer die Tricks der Täter kennt, kann sich schützen.

– Taschendiebe und -diebinnen arbeiten meistens in Gruppen, häufig zu viert: Der erste beobachtet die Umgebung, die zweite lenkt das Opfer ab, der dritte stiehlt, die vierte schließlich nimmt die Beute an sich und verschwindet. Die Kriminellen werden selten auf frischer Tat erwischt. Denn der ganze Vorgang dauert nur Sekunden – jedenfalls bei geübten Kriminellen. Bei Taschendieben handelt es sich häufig um professionelle Täter, die in ganz Europa agieren.

– Die Erfahrung der Polizei zeigt, dass einige Eltern nicht davor zurückscheuen, ihre Kinder als Diebe loszuschicken – denn in Jungen und Mädchen sehen die Menschen keine Gefahr.

– Der Supermarkt-Trick: Im Supermarkt fragen Fremde das Opfer nach einer bestimmten Ware. Während es danach sucht, wird die Tasche am Einkaufswagen ausgeräumt.

– Der Taschenträger-Trick: “Taschenträger oder -trägerinnen” spähen ältere Frauen beim Einkaufen aus und bieten ihnen scheinbar hilfsbereit an, den Einkauf nach Hause oder zum Fahrzeug zu tragen. Anschließend eilen sie mit der Tasche vorweg, während der ältere Mensch nicht so schnell hinterherkommt. Unterwegs nehmen sie die Geldbörse heraus, stellen die Tasche ab und verschwinden. Der Verlust wird erst später bemerkt.

– Der Falsche-Touristen-Trick: Falsche Touristen fragen ihre Opfer nach dem Weg und halten ihnen einen Stadtplan vor. Während das Opfer versucht zu helfen und die Karte in beide Hände nimmt, stibitzen die falschen Touristen etwas aus der Handtasche.

– Der Geldwechsel-Trick: Sie bitten das Opfer, eine Münze zu wechseln. Wenn das Opfer die Geldbörse zieht und das Münzfach öffnet, wird es vom Täter abgelenkt. Während dieser beispielsweise seine Münze in die Börse wirft, nimmt er Banknoten heraus.

– Wird der Dieb ertappt, aber konnte entkommen, sollte man Folgendes tun: Sich Tätermerkmale einprägen, wenn möglich ein Foto fertigen, den Notruf 110 wählen, sich um das Opfer kümmern und als Zeuge zur Verfügung stehen.

– Falls der Dieb nicht rechtzeitig flüchten konnte, dürfen Bürger und Bürgerinnen ihn im Rahmen der sogenannten “Jedermann-Festnahme” aufhalten und später der Polizei übergeben.

Diese Tipps der Polizei schützen vor Dieben:

– Nehmen Sie nur so viel Geld und Zahlungskarten mit wie nötig.

– Legen oder hängen Sie keine Taschen mit Wertgegenständen in Ihren Einkaufswagen. Tragen Sie Wertsachen wie Geld, Schecks, Kreditkarten und Papiere immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung möglichst dicht am Körper.

– Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder klemmen Sie sie sich unter den Arm.

– Legen Sie Geldbörsen nicht oben in Einkaufstasche, Einkaufskorb oder Einkaufswagen, sondern tragen Sie sie möglichst körpernah. Benutzen Sie einen Brustbeutel, eine Gürtelinnentasche, einen Geldgürtel oder eine am Gürtel angekettete Geldbörse.

– Achten Sie besonders im Gedränge auf Tasche und Wertsachen.

– Vorsicht, wenn jemand nahe an Sie heranrückt oder Sie anrempelt.

– Bestehen Sie darauf, dass der für Fremde übliche Abstand eingehalten wird.

– Taschendiebe erkennt man oft an ihrem suchenden Blick. Sie meiden den direkten Blickkontakt zum Opfer und schauen eher nach der Beute

Wurde Ihnen eine Zahlungskarte gestohlen? Dann handeln Sie bitte umgehend:

– Lassen Sie die Karte unbedingt sofort sperren. Dies ist unter dem bundesweiten Sperrnotruf 116 116 für alle Girocards und die meisten Kreditkarten möglich.

– Zeigen Sie den Diebstahl bei der Polizei an. Diese kann die Sperrung des elektronischen Lastschriftverfahrens per Unterschrift (SEPA-Lastschriften) veranlassen (sog. KUNO-Sperrung).

– Prüfen Sie Ihre Kontobewegungen und melden Sie unbefugte Abbuchungen bei Ihrer Bank oder Sparkasse.

Zur Vermeidung weiterer Straftaten steht die Polizei Bitburg mit den Märkten in Kontakt und hat weitere Maßnahmen abgestimmt. Neben Informationsmaterial, welches in den Märkten zur Verfügung stehen wird, beabsichtigt die Polizeiinspektion Bitburg in den kommenden Wochen vermehrt im Bereich von Supermärkten präsent zu sein, um mit den Einkaufenden ins Gespräch zu kommen. Die Polizei Bitburg will auf diese Weise die Menschen dort abholen, wo die Gefahr lauert, sie sensibilisieren und Verhaltenshinweise geben.

Ein zweites Phänomen, dass die Polizei Bitburg derzeit beschäftigt, sind Diebstähle aus Fahrzeugen. In den letzten zwei Monaten wurden 9 Fälle gemeldet. Der Schwerpunkt liegt in der Stadt Bitburg. Der Polizei ist bekannt, dass unbekannte Personen durch die Straßen gehen und gezielt die Türgriffe an geparkten Fahrzeugen betätigen. Auf diese Weise überprüfen die Personen, ob die Fahrzeuge verschlossen sind oder nicht. Sofern festgestellt wird, dass das Fahrzeug verschlossen ist, ziehen die Personen weiter.

Die Polizei empfiehlt daher:

– Schließen Sie ihr Fahrzeug beim Verlassen immer ab. Überprüfen sie, ob der Schließmechanismus tatsächlich das Fahrzeug verriegelt hat. Achten Sie, falls vorhanden, auf optische und akustische Signale. Funkblocker können das Funksignal Ihrer Fernbedienung stören und so das Verriegeln verhindern.

 

– Schließen Sie Fenster, Schiebedach oder Faltdach bei Cabrios

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– Lassen sie keine Wertgegenstände im Auto. Auch Ihr mobiles Navigationsgerät sowie die Halterung sollten Sie beim Verlassen des Wagens entfernen.

 

– Wählen Sie zum Abstellen ihres Fahrzeuges einen belebten, einsehbaren und beleuchteten Parkplatz.

 

– Seien Sie aufmerksam bei Personen, die ziellos über einen Parkplatz oder durch eine Straße gehen. Machen Sie wenn möglich ein Foto der Person und melden es der Polizei.

 

– Melden Sie jeden Diebstahl der Polizei. Nehmen Sie nach einem Aufbruch keine Veränderungen am/im Fahrzeug vor.

 

 


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