Alarmstufe des Notfallplans Gas greift

Der Bund hat heute die Alarmstufe und damit die zweite von drei möglichen Stufen des Notfallplans Gas ausgerufen. Dr. Jan Glockauer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier kommentiert den Schritt wie folgt:

„Die Ausrufung der Alarmstufe des Notfallplans Gas zeigt den Ernst der Lage und die großen ökonomischen Risiken, die vor uns liegen. Es gilt die Energieversorgung der Wirtschaft auch unter diesen schwierigen Umständen zu sichern, damit Lieferketten weiter funktionieren und Arbeitsplätze gesichert werden. Alle sollten sofort damit beginnen, Gas einzusparen wo immer es möglich ist. In den letzten Wochen ist der Gasverbrauch in der Industrie bereits um 8 Prozent gesunken. Weitere Einsparungen von 15 Prozent sind möglich, wenn sich auch die privaten Haushalte anstrengen. Wir müssen alle praktikablen Wege nutzen, das Energieangebot zu stärken.

Seit der russischen Drosselung der Gaslieferungen über Nordstream 1 sind die Gaspreise nochmals um mehr als 50 Prozent gestiegen. Weitere Preissteigerungen sind nun unmittelbar zu erwarten. Hierfür muss eine Lösung gefunden werden, die die Unternehmen finanziell nicht überfordert. Wichtig ist, dass der Bund die Preisanpassungsklausel aktuell nicht aktiviert hat. Mit einem weiteren sprunghaften Preisanstieg ständen sonst viele energieintensive Unternehmen vor dem „Aus“. Bei den unvermeidbaren Kostenbelastungen ist nun ein fairer Ausgleich zwischen Gasversorgern und Gaskunden zu schaffen. Eine einseitige Belastung der einen oder anderen Marktseite wäre wirtschafts- und gesellschaftspolitisch nicht sachgerecht. Denn ein solcher Ansatz würde dazu führen, dass Industriebetriebe die Produktion einschränken oder einstellen müssen, weil die Kosten den Produktionswert übersteigen. Damit würden in der Folge Insolvenz-Risiken zunehmen. Allerdings drohen auch mit dieser Lösung, viele gasintensive Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. Der Bund muss hier dringend Notfallzahlungen für besonders energieintensive Betriebe in Aussicht stellen.“

 

 

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