Corona sorgt für mehr tödliche Klinikinfektionen

Mainz (dpa/lrs) – Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind im Jahr 2020 mehr Menschen aus Rheinland-Pfalz an einer Krankenhausinfektion gestorben als in den Jahren zuvor. Das teilte die Krankenkasse Barmer in ihrem Krankenhausreport am Dienstag mit. Demnach stieg die Zahl der Klinikinfektionen bei Rheinland-Pfälzerinnen und Rheinland-Pfälzern im Jahr 2020 um 1600 und die Zahl der daraus resultierenden Todesfälle um 60. Die Zahlen gehen aus anonymisierten Daten von Krankenhausfällen von Barmer-Versicherten in den Jahren 2017 bis 2020 in Rheinland-Pfalz hervor, die Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung auswerteten.

«Das Krankenhauspersonal war wegen der Pandemie mental und körperlich stark belastet. Dies könnte zu Hygieneversäumnissen und damit zu einer höheren Fallzahl bei den Krankenhausinfektionen geführt haben», erklärte Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Das sei aber keinesfalls eine Kritik am Pflegepersonal oder den Ärztinnen und Ärzten, betonte Kleis. Gerade die hätten während der Pandemie bewiesen, «dass sie Enormes leisten» Auch die Landesregierung könne die Krankenhaushygiene fördern, indem der Neu- und Umbau von Isolierzimmern verstärkt gefördert werden, hieß es. Die Finanzierung der Investitionskosten der Krankenhäuser sei Aufgabe der Länder. Die Krankenkasse forderte auch mehr unangekündigte Hygiene-Überprüfungen in den Kliniken durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Klinikinfektionen werden den Angaben nach durch körpereigene und körperfremde Bakterien ausgelöst, die teils durch medizinisches Personal oder Besucherinnen und Besucher übertragen werden können. Etwa jede dritte Infektion durch körperfremde Bakterien sei vermeidbar. «Dafür sind geeignete Präventionsmaßnahmen, vor allem die Einhaltung von Hygienerichtlinien, von zentraler Bedeutung», so die Barmer-Landesgeschäftsführerin.

 

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