Thomas Kießling, Missbrauchsopfer eines mittlerweile verstorbenen Trierer Geistlichen, sitzt auf einer Pressekonferenz des Vereins Missbit neben Justiziar Rudolf Fischer und dem Vereinsvorsitzenden Hermann Schell.

Missbit: Erstes Missbrauchsopfer verklagt Bistum Trier

Trier. Ein erstes Missbrauchsopfer hat das katholische Bistum Trier auf Schmerzensgeld verklagt. Das teilte der Verein der Missbrauchsopfer und Betroffenen im Bistum Trier (Missbit) am Donnerstag mit. Dem Kläger gehe es darum, angemessen entschädigt zu werden – für die Taten, die ihm ein Pfarrer in seiner Heimatgemeinde an der Mosel jahrelang zugefügt hatte, als er Schulkind war. Weiterlesen

Marienschwestern wollen Vorwürfe zu Kinderheim aufarbeiten

Langweiler/Berlin. Die Kongregation der Marienschwestern hat die Aufarbeitung von mutmaßlichen Kindesmisshandlungen durch Nonnen im einstigen Kindererholungsheim in Langweiler im Hunsrück angekündigt. Man wolle den Vorwürfen nachgehen, die Betroffene geäußert hätten, teilte die Regionaloberin der Deutschen Region, Cordula Klafki, in Berlin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Es werde einen unabhängigen Ansprechpartner geben, der für Gespräche mit Betroffenen zur Verfügung stehe. Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) darüber berichtet. Weiterlesen

Kohlgraf: Noch viel Arbeit bei Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum Mainz

Mainz. Auch ein Jahr nach der Vorstellung der Studie zum Missbrauch im Bistum Mainz steht nach Einschätzung von Bischof Peter Kohlgraf noch viel Arbeit bei der Aufarbeitung an. «Diese Studie war ein Schritt», sagte er im Gespräch der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. «Wir sind aber noch lange nicht am Ende.» Er wisse auch nicht, ob die Arbeit in seiner Zeit als Bischof überhaupt an ein Ende kommen könne. Klar sei, die Gemeinden, in denen Pfarrer beschuldigt seien, brauchten viel Betreuung. Weiterlesen

Sachbeschädigungen an der Kirche in Gerolstein

Gerolstein. Am 17.10.2023 begab sich ein amtsbekannter 45-jähriger Mann aus dem Gerolsteiner Stadtgebiet zur katholischen Kirche in Gerolstein und beschädigte dort mehrere Türen und Schlösser, in dem er diese teilweise mit Sekundenkleber verklebte. Weiterlesen

Missbrauchsopfer fanden unter Kardinal Lehmann kein Gehör

Mainz (dpa/lrs). Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) blickt nach den Erkenntnissen der Missbrauchsstudie im Bistum Mainz sehr kritisch auf die Zeit von Kardinal Karl Lehmann. «Die Diskrepanz zwischen seinen Äußerungen und seinem eigenen Handeln, das durch die Studie dokumentiert ist, muss man erst einmal verdauen», sagte die bekennende Katholikin Dreyer der in Freiburg erscheinenden «Herder Korrespondenz». Lehmann habe das Bistum mehr als 30 Jahre lang geführt, in all dieser Zeit hätten die Opfer kein Gehör gefunden. «Aus Sicht der Betroffenen ist es gut, dass jetzt auch die Verfehlungen dieses großen Kirchenmannes, dem zeitlebens so viel Respekt gezollt worden ist, öffentlich gemacht worden ist.»

Die Studie war Anfang März vorgestellt worden, ihr zufolge wurden im Bistum Mainz jahrzehntelang Fälle von sexueller Gewalt nicht konsequent verfolgt, teils verschwiegen und verharmlost, auch in der Zeit von Kardinal Karl Lehmann, der von 1987 bis 2008 auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz war.

Dreyer sieht in der Art und Weise, wie die Kirche sexuellen Missbrauch aufarbeitet, Verbesserungspotenzial. Jedes Bistum habe zum Teil eigene Regeln und verfolge einen anderen Zeitplan, sagte sie der «Herder Korrespondenz». Sie wünsche sich nach Möglichkeit ein einheitlicheres Verfahren. «Weder die Kirche noch die Betroffenen haben etwas davon, wenn weiter jahrelang nach und nach Studien veröffentlicht werden.»

Das Wirken von Papst Franziskus bewertet Dreyer gemischt. «Wir hatten alle sehr viel Hoffnung in ihn als Papst gesetzt», sagte sie. Zum Teil habe er diese erfüllt, an vielen Stellen sei er aber nicht besonders entscheidungsstark. «Er müsste Dinge jetzt angehen und durchsetzen», betonte die Politikerin.

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