Karl Valentin ist zum 75. Todestag «aktueller denn je»

Von Sabine Dobel, dpa

München (dpa) – «Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen» – zeitlos und themenneutral hat Karl Valentin so den Ablauf von Konferenzen und Debatten beschrieben. Für viele Lebenslagen prägte der Münchner Komiker philosophische Weisheiten. «Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch» – mit diesem Valentin-Spruch etwa kommentierte der Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger die Entscheidung der Bundesregierung, den G7-Gipfel im Sommer 2022 erneut auf dem Gebiet seiner kleinen oberbayerischen Gemeinde abzuhalten.

Auch «Fremd ist der Fremde nur in der Fremde» ist in Zeiten von Flüchtlingsströmen und Fremdenfeindlichkeit höchst aktuell – und gerne wird auch der akrobatisch verdrehte Spruch zitiert: «Mögen hätte ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut.» Dafür mussten Betreiber eines Internet-Portals mit Zitat-Sammlung vor mehr als zehn Jahren zahlen – ein Münchner Gericht entschied damals: Urheberrecht verletzt. Der Spruch, so berichtet Gunter Fette, Anwalt und Betreuer des Valentin-Nachlasses, sei auch von einem Sex-Shop benutzt worden. Auch wenn das gerade dort sehr gut passte, habe er abgemahnt.

Surrealer Witz und Anarchie

Inzwischen sind Valentins Worte teilweise frei. Bis 70 Jahre nach dem Tod eines Menschen gilt in Deutschland der Urheberrechtsschutz, am 9. Februar ist nun der 75. Todestag von Karl Valentin, der 1948 starb. Doch Vorsicht: Seine Partnerin Liesl Karlstadt war in vielen Fällen Mitautorin, sie starb 1960, der Schutz hier läuft erst 2030 ab.

Surrealer Witz und anarchisches Denken kennzeichnen den Stil des schlaksig dürren Komikers, den manche zum Vordenker des absurden Theaters erklärten. Über 400 Bühnenstücke, Szenen, Couplets und Vorträge hat der Alltagsphilosoph, Filmemacher, Poet und «Wortzerklauberer» geschrieben. Mit seinem bitter-schwarzen Humor bringt er die Menschen zum Lachen – das oft im Hals steckenbleibt. Der Schriftsteller Samuel Beckett bemerkte nach dem Besuch eines Valentin-Abends, er habe «viel und voll Trauer gelacht».

Es sind auch Kleinbürgertum und die Nöte der kleinen Leute, die Valentin karikierte. Der «Buchbinder Wanninger», der am Telefon endlos weiterverwiesen wird, gehört bis heute zu Valentins bekanntesten Sketchen – auch wenn es inzwischen eher elektronische Vermittlungsmenüs sind, die Anrufer den letzten Nerv kosten.

Am 4. Juni 1882 wurde Valentin im Münchner Vorstadtviertel Au als Sohn eines Umzugsunternehmers aus Darmstadt und einer Zittauerin geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Schreinerlehre, doch die Begeisterung des jungen Valentin Ludwig Fey – so sein bürgerlicher Name – für diesen Beruf hielt sich trotz seines Geschicks in Grenzen. Früh lernte er Zither. 1902 besuchte er eine Varieté-Schule und trat als «Volkssänger» auf. Er entwendete, so schilderte er den Abschied vom Schreinerhandwerk, dem letzten Meister einen Nagel, schlug ihn in die Wand «und hing daran das goldene Handwerk der Schreinerei für immer auf».

Bertolt Brecht lernte viel von Valentin

Dennoch zimmerte er zeitlebens viele Requisiten selbst. Von 1903 an baute Valentin einen monströsen Musikapparat, das «Lebende Orchestrion», aus mehr als zwanzig Instrumenten. Den Apparat zerhackte er nach eigenen Angaben nach einer erfolglosen Tournee.

Mit Liesl Karlstadt, bürgerlich Elisabeth Wellano, feierte er in den 1920er Jahren weit über Bayerns Grenzen hinaus Erfolge. Gastspiele gab er in Zürich, Wien und vor allem Berlin. Angebote aus den USA, wo er als deutscher Charly Chaplin umworben wurde, lehnte Valentin ab. Die Reise nach Amerika war für ihn undenkbar – er hatte viel zu viel Angst. 1931 leitete Valentin in Schwabing ein eigenes Theater, doch nach drei Wochen gab er wegen behördlicher Auflagen entnervt auf.

Valentin sei kein Spaßmacher, sondern ein Ernstmacher, heißt es gelegentlich. Nach Meinung Bertolt Brechts machte Valentin keine Witze, sondern war selbst einer: «Dieser Mensch ist ein durchaus komplizierter, blutiger Witz.» Brecht, der von Valentin lernte, sah in ihm «eine der eindringlichsten geistigen Figuren unserer Zeit». Für Kurt Tucholsky war er ein «seltener, trauriger, unirdischer, maßlos lustiger Komiker, der links denkt».

Nicht Kleinkunst, Valentin ist große Kunst

«Er hat viele inspiriert», sagt Sabine Rinberger, Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums. «Er hat immer wieder Gültigkeit, das macht Valentin so stark.» In den Räumen im Turm des Isartors in München sind seine skurrilen Ideen ausgestellt: das altertümliche Telefon des Wanninger, der «Winterzahnstocher» mit Pelzbesatz, die «alte Schachtel», die auch mal jung war, eine geschmolzene Schneeplastik, die als Wasser in einem Reindl (hochdeutsch: Bräter) zu bewundern ist, und der Nagel, an den Valentin den Schreinerberuf hängte.

In der Nachkriegszeit kam sein tiefgründiger Humor nicht mehr so gut an. Ein Revival folgte Ende der 1960er Jahre – allerdings mehr im Ausland als in der Heimat, wie Anwalt Fette sagt, der bereits für die dritte Erbengeneration tätig ist. Valentin sei rund um die Welt verkauft worden, von Rio de Janeiro bis Helsinki, von Kasachstan bis Mexiko, von Lissabon bis Ljubljana – und auch in Afrika.

Derzeit sei Valentin sehr gefragt, stellen Museums-Leiterin Rinberger und Anwalt Fette fest. Erstmals seit langem sei mit «Valentiniade» ein Stück von und nach Karl Valentin im Münchner Residenztheater zu sehen. «Seine Sprüche sind aktueller denn je», sagt Fette und zitiert zwei davon: «Die Zukunft war früher auch besser» und «Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist.» Fette: «Valentin ist nicht Kleinkunst – er ist ganz große Kunst.»

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Weitere Warnstreiks bei der Post

Berlin/Bonn (dpa) – Die Gewerkschaft Verdi hat am Dienstag die Warnstreiks bei der Post mit Arbeitsniederlegungen in Brief- und Paketzentren sowie in der Zustellung fortgesetzt. «Es ist überall gut angelaufen, hohe Beteiligung, die Stimmung ist gut», sagte ein Gewerkschaftssprecher in Berlin. Damit dürften erneut Millionen Briefe und Hunderttausende Pakete liegenbleiben. Mit dem Arbeitskampf will die Gewerkschaft ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck verleihen.

Verdi hat die Post-Beschäftigten in Dortmund, Hamburg, Saarbrücken, Nürnberg, Frankfurt/Main und Stuttgart zu Protestkundgebungen aufgerufen. Bereits am Montag hatten nach Gewerkschaftsangaben rund 8000 Postbedienstete die Arbeit niedergelegt. Dadurch wurde nach Angaben der Post die Zustellung von rund einer Million Briefen und mehreren Hunderttausend Paketen ausgebremst. Weiterlesen

Volksmusikstar Marianne wird 70

Von Sabine Dobel, dpa

Vaterstetten (dpa) – Die Enkelin bekommt selbst gemachten Milchreis mit in die Schule, abends wird gekocht – und im heimischen Garten sprießt eigener Salat. Bei allem Erfolg sind sie bodenständig geblieben, die Familie ist ihnen das Wichtigste. Marianne und Michael Hartl eroberten als Traumpaar der Volksmusik die Charts – und sind auch privat ein Erfolgsduo, mit skandalfreier Ehe, zwei Söhnen und vier Enkeln. 50 Jahre sind die beiden in diesem Sommer zusammen, 50 Jahre stehen sie gemeinsam auf der Bühne – und davor steht noch ein rundes Datum an: Am 7. Februar wird Marianne 70 Jahre alt.

Die beiden haben allen Grund zum Feiern, ein schwieriges Jahr liegt hinter ihnen. Nun setzen sie neue Schwerpunkte in ihrem Leben. Für das nächstes Jahr plant das Duo eine Abschiedstournee. «Da soll die Jugend jetzt ran. Es gibt so viel Nachwuchs. Wir freuen uns jetzt auf unsere Freizeit», sagt Marianne Hartl.

Beim Spaziergang mit Familienhund Winnie, einem 17-jährigen West Highland White Terrier, war sie im vergangenen Jahr gestürzt und hatte sich die Schulter gebrochen. Dann bekam Michael einen Schlaganfall. Beide haben sich gut erholt. Marianne stand kürzlich wieder auf Skiern, Michael hält sich mit täglichem Powerwalking fit.

«Nur zur Miete»

Dennoch: «Was passiert ist, das lässt einen schon aufhorchen: Aufgepasst, du bist nur zur Miete in deiner “Wohnung”. Und wie du mit deiner Wohnung umgehst, ist deine Verantwortung», sagt Marianne Hartl. «Der Blickwinkel hat sich geändert. Wir wissen: Das Metermaßband wird kürzer.»

Natur, Golfen, die Berge, der Garten – Familie. «Wir haben unsere Prioritäten jetzt auf unsere Familie, auf die Enkelkinder und auf unsere Freizeit konzentriert.» Zudem engagiert sich das Paar mit seinem Verein «Marianne und Michael Frohes Herz e.V.» für Bedürftige. Die passionierten Golfer planen erneut ein Charity-Turnier für einen guten Zweck, die Spieler kommen dazu in Dirndl und Lederhosen.

Den runden Geburtstag wird Marianne mit ihrem Michael beim Golfen auf Teneriffa verbringen, sein Geschenk an sie. Danach wird im kleinen Familienkreis gefeiert. Wünsche? «Nein! Ich hab alles», sagt Marianne Hartl. «Ich bin dankbar, ich hab so viele schöne Sachen erleben dürfen.»

Dankbarkeit und Kompromissbereitschaft – das sind ihre Rezepte auch für eine gelingende Partnerschaft. «Jeder gibt einen Teil weg, gewinnt aber auch einen Teil dazu. Das ist ein Veränderungsprozess, den wir glücklicherweise gut geschafft haben.»

Beim Jugoslawen hat es gefunkt

An das erste Treffen erinnern sich beide genau. Am 17.07.1973 um 17.00 Uhr, zwischen Hofbräuhaus und Platzl. Marianne lädt Michael mit Essensmarken aus der Kanzlei, in der sie als Steuergehilfin arbeitet, zum Jugoslawen ein. Nach drei Stunden hat es gefunkt. Zwei Wochen später zieht Michael bei Marianne ein – in ihr Kinderzimmer. Sie wohnt noch bei den Eltern. «Ich habe das ganz geschickt eingefädelt: Marianne hat einen kleinen Blumenstrauß gekriegt – und die Schwiegermutter einen großen», erzählte er einmal.

Marianne war behütet aufgewachsen, sie ging bis zu ihrem 16. Lebensjahr bei Klosterschwestern zur Schule. Die Strenge habe ihr gut getan, sagt sie. «Mich hat das klösterliche Leben schon sehr geprägt – ich find: zu meinem Vorteil.» Die Schwestern förderten ihr musikalisches Talent, sie spielte Flöte, Melodica und Akkordeon, konnte singen und Theater spielen. Mit 16 sang bei einer Schul-Aufführung eine kleine Operette von Mozart. «Im Grunde genommen war das wahrscheinlich der Einstieg in die Musik.»

Die Musik war der erste Anker zwischen ihr und Michael, der damals noch Adolf hieß, sein eigentlicher Name, der bis heute im Pass steht. Als Künstlername hatte Adolf gerade in München keinen guten Klang. Bei seinen ersten Auftritten in Wirtshäusern jodelte er deshalb als Adi, daraus wurde Michel wie Vater und Großvater, und dann Michael.

Der Erfolg folgt prompt

Kurz nach dem Kennenlernen nimmt Michael Marianne mit auf die Bühne – der Startschuss der gemeinsamen Karriere. Die erste Platte «Rund samma, g’sund samma» erscheint ein Jahr später im Jahr 1974. Die beiden landen Hits und feiern Platten-Erfolge. Ende der 1980er Jahre übernehmen sie beim ZDF die Moderation der Shows «Superhitparade der Volksmusik» und «Lustige Musikanten». Eine letzte ZDF-Sendung «Weihnachten mit Marianne und Michael» gab es im Jahr 2010.

Wie die beiden den 50. Jahrestag ihres Kennenlernens im Sommer feiern, ist noch offen. Nächstes Jahr geht es ohnehin gleich weiter mit den Jubiläen: Michael wird 75, das Erscheinen der ersten Platte liegt 50 Jahre zurück, der 45. Hochzeitstag steht an.

Doch erst einmal erfüllen sich die beiden einen langgehegten Traum. «Im Sommer gehts nach Kroatien.» Vor zwei Jahren haben die beiden ein Motorboot gekauft, um die Inselgruppe der Kornaten zu durchfahren – «es wird ein Abenteuer». Der betagte Winnie wird dabei sein und Freunde auf einem anderen Boot. «Wir freuen uns sehr drauf», sagt Marianne. «Wir haben jetzt unsere goldenen Jahre.»

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Prozess um Dreifachmord – hohe Jugendstrafen gefordert

München (dpa) – Im Prozess um einen Dreifachmord in Starnberg fordert die Staatsanwaltschaft hohe Jugendstrafen wegen Mordes für die beiden Angeklagten. Die Staatsanwältin sprach sich am Montag in ihrem Plädoyer für jeweils 13 Jahre und sechs Monate Haft aus und den Vorbehalt der Sicherungsverwahrung.

«Gute Freunde kann niemand trennen – außer wenn einer der Freunde dringend Geld braucht», sagte Staatsanwältin Julia Wiesenbauer vor dem Landgericht München II. «Dann hört auch die beste Freundschaft auf.»

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der inzwischen 22 Jahre alte Hauptangeklagte im Januar 2020 seinen Freund und dessen Eltern erschoss. Angeklagt ist er unter anderem wegen dreifachen Mordes. Sein 21 Jahre alter Mitbewohner soll den Mord am gemeinsamen Kumpel mit geplant und den Haupttäter zum Tatort gefahren haben. Er steht wegen Mordes in einem Fall vor Gericht. Weiterlesen

Sohn gebissen: Cathy Hummels gibt ihren Hund ab

München (dpa) – Vom Hund abgekommen: Moderatorin und Influencerin Cathy Hummels (35) hat das Rätsel um den Verbleib ihres Vierbeiners Moon gelüftet. «Moon geht es gut. Sie ist in meinem engsten Umfeld bei einer sehr engen Vertrauten», schrieb sie auf Instagram, nachdem sie sich dort zuvor eine Weile nicht mehr zusammen mit dem Hund gezeigt hatte. Weiterlesen

Neue Warnstreikwelle bei der Post

Berlin/Bonn (dpa) – Postkunden müssen auch in den nächsten Tagen wieder mit Verspätungen bei Briefen und Paketen rechnen. Denn die Gewerkschaft Verdi setzte am Montag ihre bundesweite Warnstreikwelle beim Bonner Logistikriesen mit Arbeitsniederlegungen in Brief- und Paketzentren sowie in der Zustellung fort. «Die Streiks sind gut angelaufen. Die Stimmung ist hervorragend», sagte ein Verdi-Sprecher am Montag.

Die Gewerkschaft will mit den Arbeitsniederlegungen ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck verleihen. Auch am Dienstag sollen die Warnstreiks weitergehen. «Das ist erneut ein glasklares Signal an die Arbeitgeber: Die Beschäftigten sind bereit, für ihre Forderung zu kämpfen und erwarten jetzt eine Verhandlungsrunde, die mit einer kräftigen Gehaltserhöhung endet», erklärte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis. Weiterlesen

Alina Fritsch als Ermittlerin in «Die Toten vom Bodensee»

Von Jonas-Erik Schmidt, dpa

Köln/Bregenz (dpa) – Wenn man neue Kollegen kennenlernt, bringt man vielleicht einen Kuchen mit. Bei Luisa Hoffmann (Alina Fritsch) ist das anders. Sie zückt zuerst mal ihre Waffe und richtet sie auf Micha Oberländer (Matthias Koeberlin). Dazu schreit sie den Polizisten in der stets etwas angeschrammt wirkenden Jacke an.

Der Grund: Sie hält ihn nicht für einen Gesetzeshüter – sondern für einen Täter. Klassische Verwechslung. Oberländer hatte sich gerade mit einer Verdächtigen gekabbelt. «Ja, es war vielleicht nicht der beste Einstand», muss Hoffmann später zugeben. Das kann man so sagen.

Alina Fritsch – die die österreichische Abteilungsinspektorin Luisa Hoffmann spielt – ist die Neue in der beliebten ZDF-Krimireihe «Die Toten vom Bodensee», in der ein deutscher Kommissar und eine österreichische Kollegin gemeinsam auf Mörder-Suche gehen.

Sie ersetzt gewissermaßen Nora Waldstätten, die zuvor als Kommissarin Hannah Zeiler die weibliche Seite des Ermittler-Duos in den oft mystisch angehauchten Plots verkörpert hatte. Waldstätten werde sich «neuen Herausforderungen» zuwenden, wie das ZDF mitteilt. Der männliche Teil, Matthias Koeberlin, bleibt dem Bodensee treu. In der Folge «Nemesis» am Montag um 20.15 Uhr im Zweiten versuchen er und Fritsch erstmals, als Polizisten einen Mord aufzuklären.

Und der Fall hat es direkt in sich: Ein Mann wird tot im Wald nahe dem See gefunden. In seiner notdürftigen Unterkunft – einer Art Grusel-Version des Peter-Lustig-Bauwagens – werden Fotos der Familie von Professor Lambeck entdeckt, der die Psychiatrische Klinik am Bodensee leitet und als Gutachter in Strafprozessen auftritt. Die Augen der Familienmitglieder sind auf den Bildern ausgestochen.

Nach ihrem holprigen Kennenlernen inklusive Verwechslung und gezückter Waffe stoßen die neuen Kollegen Oberländer und Hoffmann schnell auf einige Seltsamkeiten im scheinbar konventionellen Lambeck’schen Familiengefüge. Als der Professor etwa von seiner Frau gefragt wird, warum er an diesem Tag so früh in die Klinik gemusst habe, sagt dieser verdächtig: «Verwaltungskram.» Hört, hört. Schnell fragt man sich, wer Täter und wer Opfer ist in der Geschichte.

Geheimnisvoll wird auch die neue Ermittlerin inszeniert. Ohne zu viel zu verraten: Sie scheint sich einige Fähigkeiten angeeignet zu haben, von denen man zunächst nichts ahnt. Als Oberländer das auffällt, fragt er auch: «Gibt es irgendetwas, das sie nicht können?» Kochen, das könne sie nicht, sagt Hoffmann. «Sie glauben gar nicht, wie sehr mich das beruhigt», stellt Oberländer fest. Das Verhältnis bleibt zunächst kühl-distanziert. Oberländer, der Kommissar mit dem grimmigen Blick, fremdelt mit der selbstbewussten Art der Kollegin.

Hinter den Kulissen war der Einstand aber sehr herzlich, wie man hört. «Es ist schön mit so einem Team, in dem alles super funktioniert. Auch mit Matthias zu arbeiten, ist wunderbar. Er ist ein großartiger Schauspieler und man kann gut mit ihm lachen», sagt Alina Fritsch im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Auf die Rolle hat sie sich intensiv vorbereitet. «Ich habe bei der Elite-Einheit der Wiener Polizei trainiert», erzählt sie. «Schießen, Nachladen, Waffe entsichern, Gegner unschädlich machen.»

Durch die neue Figur kommt auch «eine neue Dynamik rein», erklärt Koeberlin. Wo die Reise mit ihr genau hingehe – das wisse er aber noch nicht. «Es ist natürlich nie leicht, eine etablierte Figur zu verabschieden und jemand Neues reinzuholen», sagt er. «Aber ich finde, wir haben – auch dank Alina – dafür einen guten Weg gefunden.» Und er hoffe, dass sich auch die Zuschauer darauf einließen.

Fritschs Figur wird mit ziemlicher Wucht in das «Die Toten vom Bodensee»-Universum katapultiert. Die alte Kollegin Zeiler ist am Anfang laut Skript noch im Motorradurlaub. «Die letzte Postkarte kam aus Sevilla», berichtet Oberländer. Dann kommt schon die Neue. Wie ein Pflaster, das man schnell abgezogen hat, damit es nicht so schmerzt. Und das tut dem Krimi-Erlebnis am Ende gut.

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Kinderpornografie: Plattform-Verantwortliche festgenommen

Bamberg (dpa) – Bayerischen Ermittlern ist ein Schlag gegen Betreiber von internationalen Kinderpornografie-Plattformen im Darknet gelungen. In den USA, in Großbritannien und in Deutschland seien mehrere Verdächtige festgenommen worden, teilten das bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Zentralstelle Cybercrime in Bamberg am Freitag mit. Sie sollen als Administratoren, Programmierer oder Moderatoren der Plattformen tätig gewesen sein.

Drei Darknet-Plattformen seien stillgelegt worden. Auf den Plattformen seien mehrere Tausend Nutzer aus dem In- und Ausland aktiv gewesen. Sie verbreiteten dort demnach monatlich mehr als 20.000 kinderpornografische Bilder und Videos und veröffentlichten 120.000 Postings. «Die Täter müssen auch in diesem Bereich damit rechnen, überführt und zur Verantwortung gezogen zu werden. Auch das Darknet ist kein rechtsfreier Raum», sagte LKA-Präsident Harald Pickert. Weiterlesen

Joshua Kimmich spielt im «Tatort» einen Fitness-Trainer

München (dpa) – Fußball-Profi und Nationalspieler Joshua Kimmich (27) hat in gut fünf Wochen im Münchner «Tatort» einen Gastauftritt. Im ARD-Sonntagskrimi «Hackl» (angekündigt für den 12. März) wird der FC-Bayern-Star als Fitness-Trainer in einem 24/7-Studio kurz befragt.

Kimmich hatte insgesamt einen Drehtag, wie der Bayerische Rundfunk (BR) der dpa mitteilte. Der Krimi wurde vom 20. April bis 20. Mai 2022 gedreht. «Wir haben uns extrem über das generelle Interesse von Joshua Kimmich an den “Tatort”-Produktionen gefreut und waren froh, ihm eine kleine, aber feine Rolle anbieten zu können», sagte BR-«Tatort»-Redakteur Cornelius Conrad. Weiterlesen

Infineon erhöht Prognose Computerchips

München (dpa) – Der Halbleiterkonzern Infineon hat seine Gewinnprognose trotz der schwächelnden Weltwirtschaft leicht angehoben. Im ersten Geschäftsquartal war das Geschäft dank hoher Preise profitabler als erwartet. Die Autoindustrie brauche immer mehr Chips für Elektrofahrzeuge und Assistenzsysteme. «Das ist der Treiber für unser Geschäft», sagte Vorstandschef Jochen Hanebeck am Donnerstag. Auch die Energiewende sorge weiter für hohe Nachfrage.

Für das laufende Jahr peilt Infineon einen Umsatz von 15,5 Milliarden Euro an, rechnet aber jetzt mit einer höheren Gewinnmarge: Statt 24 Prozent sollen 25 Prozent vom Umsatz als Betriebsergebnis bleiben. Weiterlesen

ADAC: Mehr als 13.400 Staustunden 2022 in Rheinland-Pfalz

München/Mainz (dpa/lrs) – Die Autofahrerinnen und Autofahrer in Rheinland-Pfalz standen im vergangenen Jahr insgesamt mehr als 13.400 Stunden im Stau. Das entspricht etwa vier Prozent des bundesweiten Stauaufkommens, wie der ADAC Mittelrhein am Donnerstag in Koblenz mitteilte. Im Vor-Corona-Jahr 2019 waren es im Bundesland knapp 16.000 Staustunden. Laut den Angaben haben die rheinland-pfälzischen Autobahnen eine Länge von 877 Kilometern und damit einen Anteil von 6,6 Prozent am bundesweiten Autobahnnetz.

Besonders betroffen gewesen sei die A 61, die von der niederländischen Grenze kommend über Koblenz, Bingen, Worms, Ludwigshafen nach Hockenheim verläuft. «Hier wurden im Bereich von Rheinland-Pfalz 5996 Staus mit einer Gesamtdauer von 3641 Stunden und einer Gesamtlänge von 10.696 Kilometern verzeichnet», hieß es. Weiterlesen

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