Tim Hartelt: Gillenfelder Realschüler siegt überragend im großen Finale des Westdeutschen ADAC Kart Cups

Daun/ Vogelsbergring. Die sechste und damit letzte Veranstaltung des Westdeutschen ADAC Kart Cups fand diesmal auf dem hessischen Vogelsbergring nahe Wittgenborn statt. Hierzu lud der Fuldaer Automobilclub herzlich ein. Etwa 140 Teilnehmer aus ganz Deutschland folgten dieser Einladung und füllten so das Fahrerlager rasch bis zum letzten Platz auf. Der 2018er TechniSat Förderpilot Tim Hartelt, einer der eingeschriebenen Teilnehmer, musste seine Anreise aufgrund einer Erkältung, zunächst um einen Tag verschieben. Also griff der ehrgeizige Top Kart Pilot erst am Samstagnachmittag erstmals ins Lenkrad. Der 1038 m lange Vogelsbergring ist aufgrund seiner zahlreichen Bahnunebenheiten und hohen Fliehkräfte, eine der kräftezehrendsten Kurse Deutschlands. Aufgrund solcher Anforderungen, trainiert der TechniSat Youngster mehrmals pro Woche, Muskulatur und Ausdauer.

Die Samstagstrainings verliefen allesamt unter trockenen Bedingungen. Hartelt machte wiederrum auf sich aufmerksam, als er im letzten freien Training eine Fabelzeit in den hessischen Asphalt brannte und mit einem Vorsprung von ca. 2 Zehntelsekunde, die Tagesbestzeit setzte. „Wir haben ein wirklich gutes Setup gefunden, und der Motor hat richtig geschoben. Wir fahren an diesem WE unseren eigenen, und nicht wie im Masters einen gemieteten optimierten Motor. Für dieses Wochenende hat mein Vater den Motor und die Vergaser vorbereitet“, freute sich ein etwas verschnupfter Tim Hartelt am Abend im Teamzelt.

Für Tims Vater steht ein langer Abend auf dem Programm. Die Wettervorhersage für den Rennsonntag, kündigte starke Regenfälle an, und es war nahezu ausgeschlossen, ein Trockensetup zu fahren. Das Vater/Sohn Gespann aus Filz in der Eifel beschloss gemeinsam, das Rennkart auf Regen umzubauen. Dies bedeutet Austausch der Hinterachse und der Radsterne, Veränderung der Chassishöhe, Einstellen des Sturz, usw… Ein kompletter Umbau kann schonmal 2 – 3 Stunden in Anspruch nehmen. Gesagt und getan stand der Rennbolide am späten Abend startklar für den kommenden verregneten Rennsonntag im noch hellerleuchteten Teamzelt. Wie angekündigt begann der Rennsonntag mit starken Regenfällen, die sich auch weiter über den ganzen Tag ersttrecken sollten. Im morgendlichen Warm-up, konnte sich der TechniSat Pilot die drittschnellste Zeit sichern. Der Abstand zur Spitze betrug jedoch etwas mehr als eine Sekunde. Im Motorsport bedeutet dies allerdings Welten.

„Wir hatten die beiden vor uns liegenden OTK Spitzen-Piloten im Falle von Regen, bereits im Vorfeld stark eingeschätzt. Die grünen Chassis des größten Kart Herstellers der Welt OTK, sind bei nassen Konditionen aufgrund ihrer Rahmencharakteristik einfach abzustimmen und gut fahrbar. Mein Typhoon war eher etwas zickig und unruhig“, so der nachdenkliche Gillenfelder Realschüler im Anschluss an das Warm-up. Tims Vater korrigierte nochmals den Luftdruck der Reifen, die Hinterachseinstellung als auch die Antriebsübersetzung. Indes konzentrierte sich der TechniSat Racer auf das anstehende regnerische Zeittraining. Hartelt ging sofort auf die Strecke. Von außen betrachtet, lag sein „Typhoon“ ruhiger auf der Strecke, als am Morgen. Trotzdem übernahmen die beiden OTK-Piloten sofort die Spitze und es sah alles danach aus, als würden diese sich sicher die erste Startreihe teilen. Hartelt gab sich aber nicht geschlagen und fand immer besser ins Training, änderte etwas die Linienwahl und verbesserte seine Rundenzeiten stetig. In der letzten Qualifikationsrunde schaffte er die Sensation und bugsierte sein italienisches Top Kart in Startreihe eins. Ein wahrer Paukenschlag nach dem morgendlichen freien Training.

„Wow, das hat Spaß gemacht! Wir waren trotz des starken Regens konkurrenzfähig zu OTK“, freute sich der TechniSat Youngster anschließend. Vor dem Rennstart wurde nochmals der Luftdruck der Reifen an den stärker werdenden Regen angepasst. Der Teenager aus Filz in der Eifel übernahm nach dem Start sofort die Führung. Das Wasser stand mittlerweile in großen Mengen auf der Strecke und die Regenreifen hatten Probleme dieses zu verdrängen. Immer wieder kam es zu Aquaplaning. Hartelt verließ sich einmal mehr auf sein Popometer, und eilte dem gesamten Feld auf und davon. Eindrucksvoll absolvierte der TechniSat Racer die 16 Rennrunden und fuhr zudem noch die schnellste Runde. Am Ende überquerte er mit großem Vorsprung die Ziellinie und wurde als strahlender Sieger gefeiert.

„Tim hat es allen gezeigt. Seine Fahrzeugbeherrschung war gran-dios. Seine Dominanz eindrucksvoll“, schwärmte Christian Dischner, Generalimporteur der Marke Top Kart, im Anschluss an dieses fulminante Rennen. „Tims Entwicklung ist bemerkenswert“, lobte Dischner seinen Schützling weiter.

Das zweite Rennen startete unter gleichen Vorzeichen. Hartelt setzte sich zusammen mit einem Kontrahenten sofort vom Start an vom Verfolgerfeld ab, und es sah danach aus, als würde es die Wiederholung des ersten Finales. Nach etwa 50% der Renndistanz wurde der Regen jedoch so stark, dass die Strecke mehr und mehr unfahrbar wurde. Als dann noch ein Gewitter einsetzte, brach die Rennleitung völlig zurecht das Rennen ab.

Der TechniSat Förderpilot wurde mit haushohem Abstand Tagessieger in der Juniorenklasse!

„Wir haben nicht aufgegeben und an unsere Stärken geglaubt!! Und wurden mit dem Sieg im Finale des Westdeutschen ADAC Kart Cup belohnt. Darüber sind wir überglücklich.“, resümierte Hartelt im Anschluss an die Siegerehrung. Familie Hartelt bedankt sich herzlich bei Mario und Elfriede Biermann von EDEKA Biermann in Ulmen, bei Rosi und Norbert Franzen von Modellbau Franzen in Filz, bei DJ DAROCH und der Firma TechniSat in Daun. Ein weiterer Dank geht an Mentalcoach Nic Adler aus Montabaur und Jörg Lehnertz Personal Trainer aus Strotzbüsch.

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