SGD Nord: Eindrucksvolle Lesung von Ernst Heimes bei der „Literarischen Mittagspause“ – Stream weiterhin abrufbar

Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz, SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis und Autor Ernst Heimes (von links) vor dem Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz. (Foto: SGD Nord)

Seit 1700 Jahren leben Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Bundesweit wird dieses Jubiläum mit einer Vielzahl an Veranstaltungen gefeiert, die auf die Vielfalt jüdischer Geschichte, Kultur und Religion aufmerksam machen sollen. Die Veranstaltungen zeigen, dass jüdisches Leben in Deutschland natürlich viel mehr ausmacht als die unmenschlichen Verbrechen, denen die Juden in der Zeit der Naziherrschaft ausgesetzt waren. Dennoch ist es wichtig, immer wieder an diese dunkle Zeit zu erinnern – gerade am 9. November. Denn in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurden in Deutschland Synagogen niedergebrannt und Juden verhaftet, misshandelt oder getötet. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord veranstaltet an diesem Tag schon seit mehreren Jahren in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Koblenz und der Buchhandlung Heimes die „Literarische Mittagspause“. Der Koblenzer Autor Ernst Heimes liest dabei im großen Sitzungssaal der SGD Nord aus seinen Büchern vor und erinnert an die unfassbaren Verbrechen der Nazizeit. Das tat er auch in diesem Jahr.

Heimes trug diesmal Passagen aus seinem Buch „Mirjam Ghettokind“ vor. Wie schon im vergangenen Jahr konnte die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie erneut nicht vor Publikum stattfinden. Daher las der Koblenzer Autor und Heimatforscher in einem zum „Mini-Fernsehstudio“ umgebauten Sitzungssaal. Sein Vortrag wurde per Livestream auf dem YouTube-Kanal der SGD Nord übertragen. Unter der Adresse https://s.rlp.de/UmWEC ist die Lesung dort auch weiterhin zu sehen und zu hören.

Bei dem Buch handelt es sich um ein Schauspiel, in dem die Geschichte einer jüdischen Familie und ihrer Tochter Mirjam dargestellt wird. Der Leidensweg der Familie führt sie ins Ghetto Theresienstadt. Dort erlauben die Nazis Musik- und Theateraufführungen, um einer Kommission des Internationalen Roten Kreuzes eine heile Welt vorzuspielen. Die Täuschung gelingt und für Mirjam, die sich an den Aufführungen beteiligt, kehrt anschließend der Schrecken zurück. Die Figur der Mirjam ist zwar fiktiv, den geschichtlichen Hintergrund hat Ernst Heimes aber intensiv recherchiert und dadurch ein realistisches Bild der damaligen Zeit gezeichnet. „Durch mein Buch soll der Leser oder Zuhörer zum Begleiter Mirjams werden, mitbekommen, was sie angesichts der den Juden entgegengebrachten Unmenschlichkeit empfindet, wie sie Hoffnung schöpft und wie sich diese wieder zerschlägt.“

SGD-Nord-Präsident Wolfgang Treis wies darauf hin, wie wichtig es ist, diese Zeit im Gedächtnis zu behalten: „Indem Ernst Heimes in seinen Texten den Fokus auf persönliche Schicksale richtet, wird das Leiden der Menschen greifbarer und es wird einem erneut bewusst, was für ein unentschuldbares Verbrechen an den Juden begangen wurde. Das müssen wir uns immer wieder in Erinnerung rufen und uns mit aller Macht gegen jede Form von Antisemitismus stemmen.“ Der SGD-Präsident dankte Ernst Heimes für seine Arbeit und seine Bereitschaft, Jahr für Jahr an der „Literarischen Mittagspause“ mitzuwirken.

Die Koblenzer Kulturdezernentin Margit Theis-Scholz ergänzte: „Ich möchte mich bei Ernst Heimes ganz herzlich für die eindrucksvolle Lesung bedanken. Mit der Geschichte der kleinen Mirjam und ihrer Familie im Ghetto Theresienstadt lässt er seine Zuhörerinnen und Zuhörer nicht nur an deren Schicksalen teilhaben, mit seinem Schauspiel ,Mirjam Ghettokind‘  über die Folgen perfider Täuschung schlägt er auch eine Brücke ins heute und zeigt uns, wie wichtig in Zeiten von ,Fake News‘ das Hinterfragen von Informationen für unser gesellschaftliches Miteinander ist.“

Die Lesung von Ernst Heimes finden Sie auch weiterhin auf dem YouTube-Kanal der SGD Nord unter der Adresse https://s.rlp.de/UmWEC. Das Buch „Mirjam Ghettokind“ ist im Brandes & Apsel-Verlag erschienen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.sgdnord.rlp.de.

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