Wieder mehr neue Ausbildungsverträge im Handwerk der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region

HWK rät Jugendlichen: Nicht das Ende der Pandemie abwarten, sondern jetzt aktiv werden!

Metallwerkstatt am Campus Handwerk der HWK Trier

Es tut sich was auf dem Ausbildungsmarkt im Handwerk der Region Trier: Die Zahl der neu abgeschlossenen Lehrverträge im Kammerbezirk steigt wieder! Zum Stichtag 31.12.2021 verzeichnete die Handwerkskammer Trier im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Plus von knapp 7 Prozent. In absoluten Zahlen betrachtet, liegt Trier mit 1.164 neuen Auszubildenden nun wieder knapp über dem Stand des Jahres vor Corona (2019). Die Quote der neuen Lehrverhältnisse im rheinland-pfälzischen Handwerk ist im Gesamtdurchschnitt um 0,76 Prozent leicht gestiegen. Im Vergleich zu den anderen Handwerkskammern im Land haben sich die Ausbildungszahlen in der Region Trier sogar am besten erholt.

Von dieser Entwicklung profitieren auch mehrere Gewerke, die am neuen Campus Handwerk der HWK in der Loebstraße 18 überbetrieblich ausgebildet werden. So verzeichnen die Maler und Lackierer sowie die Metallbauer einen Zuwachs von jeweils 16 Prozent, die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik von 22 Prozent und die Zahntechniker von 25 Prozent. Das Friseurhandwerk, wo die Quote 2020 aufgrund der pandemiebedingten Sondersituation um 58 Prozent zurückgegangen war, darf sich über ein Plus von 63 Prozent zum Vorjahr freuen.

Die Bauberufe konnten 2020 teilweise auffallend viele Auszubildende hinzugewinnen und bleiben trotz sinkender Lehrlingszahlen bei Maurern und Zimmerern stark. Das bereits 2020 boomende Straßenbauerhandwerk legte die Latte 2021 mit einem Anstieg um 20 Prozent nochmals höher.

Mit 75 Prozent mehr neuen Azubis als im Vorjahr liegt das Fliesen-, Mosaik- und Plattenlegerhandwerk unter den Bauberufen an der Spitze. Den Hauptgrund für diesen Aufschwung sieht die HWK darin, dass Fliesenleger seit 2020 wieder den Meistertitel benötigen, wenn sie sich in ihrem Beruf selbstständig machen wollen. Unterdessen hat dieses Gewerk nun eine neue Werkstatt am HWK-Standort in Trier-Nord bezogen.

Im Handwerk der Region beschäftigen rund 1.300 Ausbildungsbetriebe rund 3.000 Lehrlinge. Auch im zweiten Jahr nach Ausbruch der Pandemie blieben diese Unternehmen hochmotiviert, neue Azubis einzustellen. Trotz des aktuell positiven Trends sind in der HWK-Lehrstellenbörse zum Jahresende 2021 jedoch weiterhin rund 450 unbesetzte Ausbildungsstellen gemeldet. Auf der Nachfrageseite dürfte neben der negativen Bevölkerungsentwicklung und dem Trend zur Akademisierung vor allem auch die Pandemie die Zahl der offenen Lehrstellen erhöhen. Angebote zur Berufsorientierung konnten nicht im gewohnten Umfang stattfinden. Zudem sind viele Jugendliche aufgrund der coronabedingten Einschränkungen allseits verunsichert. So haben sich weniger junge Menschen auf einen Ausbildungsplatz beworben. Die Zahl der vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge ist – den vorläufigen statistischen Zahlen nach – 2021 aber weitgehend stabil geblieben.

Für HWK-Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf ist das Plus von 7 Prozent zum einen sehr erfreulich, zum anderen aber auch folgerichtig: „Es hat sich offensichtlich bei Jugendlichen und Eltern herumgesprochen, dass das Handwerk eine breite Palette hochinteressanter Ausbildungsberufe und überaus günstige Chancen in Sachen Beschäftigung, Verdienst und Aufstieg bietet. Vor allem der Stellenwert des Meisterbriefs wird auf dem Arbeitsmarkt wohl noch weiter steigen – auch im Vergleich zu Hochschulabschlüssen“.

Jugendlichen, die wegen der Pandemie noch unsicher sind, ob und wie sie den Schritt in eine duale Ausbildung wagen sollen, will der HWK-Chef Mut machen: „Wer vorankommen will, sollte nicht abwarten, bis die Pandemie vorbei ist, sondern jetzt aktiv werden. Ich rate jungen Leuten dazu, nach Möglichkeit viele Angebote zur Berufsorientierung und das Beratungsangebot der Handwerkskammer wahrzunehmen. Und vor allem auch, Praktika zu machen: „Die Handwerksbetriebe freuen sich auf motivierte Bewerber und Bewerberinnen!“

 

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