Förderung von Schulen sozial benachteiligter Kinder startet

Die Außenfassade einer Schule mit einem geöffneten Fenster.

Mainz. Am Startchancen-Programm zur Förderung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher in Rheinland-Pfalz nehmen überwiegend Grundschulen teil. Insgesamt 200 Schulen werden von den knapp 100 Millionen Euro pro Jahr profitieren, die über das Förderprogramm von Bund und Land in den nächsten zehn Jahren zur Verfügung stehen. Das sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Mittwoch in Mainz bei der Bekanntgabe der teilnehmenden Schulen. Ziel des Programms ist es, die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler vor allem beim Lesen und Schreiben sowie in der Mathematik zu stärken.

Die Außenfassade einer Schule mit einem geöffneten Fenster.
Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild/Symbolbild

Von den 200 Schulen, die sich über alle Landkreise und Städte von Rheinland-Pfalz verteilen, werden nach Angaben von Hubig 120 Grundschulen sein. In diesen Schulen werde die Basis für den weiteren Bildungsweg der Kinder gelegt, erklärte die Ministerin die Entscheidung. Dazu nehmen eine Grund- und Hauptschule, zwei Grund- und Realschulen plus, 46 Realschulen plus, acht Realschulen plus mit Fachoberschule, elf integrierte Gesamtschulen und zwölf berufsbildende Schulen an dem Vorhaben teil.

Beim Startchancen-Programm gibt der Bund jährlich bis zu einer Milliarde Euro. Die Länder beteiligen sich in gleicher Höhe. Insgesamt sind dies dann rund 20 Milliarden Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren. Profitieren sollen etwa eine Million Schülerinnen und Schüler. Insgesamt sollen 4000 Schulen in sozial besonders schwierigen Lagen in den kommenden Jahren die spezielle staatliche Förderung bekommen.

Rheinland-Pfalz erhält vom Bund jährlich 49,4 Millionen Euro und gibt Mittel in gleicher Höhe dazu. Somit stehen knapp 100 Millionen Euro pro Jahr für die nächsten zehn Jahre bereit. Das Startchancen-Programm soll auch evaluiert werden.

Die Schulen sollen das Geld unter anderem für mehr Know-how, multiprofessionelle Teams sowie auch für geeignetere Lernorte bekommen. Das Land unterstütze die Schulen bei der Auswahl der Module, teilte die Bildungsministerin mit.

Die Mittel werden auch in Lehrerfortbildungen und für Besuche von Lehrkräften an anderen Schulen eingesetzt, kündigten Susanne Millen und Matthias Schäfer, Schulleiter einer Grundschule und einer Realschule plus in Mainz an. Pläne gebe es unter anderem auch für den Einsatz von Waldpädagogen und Ergotherapeuten sowie die Einrichtung eines Waldklassenzimmers.

An beiden Schulen werden nach Angaben der Leitung Kinder und Jugendliche aus 40 Nationen unterrichtet. Viele hätten einen Fluchthintergrund. Die Eltern könnten ihren Kindern vielfach nicht die notwendige Unterstützung für die Schule geben.

Gestartet werde zum neuen Schuljahr, kündigte die Bildungsministerin an. Dringend nötig wäre ein flankierender „Digitalpakt Schule 2.0“. Die Schulen benötigten Planungssicherheit, mahnte die SPD-Politikerin. Die Länder pochen beim Bund bereits länger auf eine Weiterführung des milliardenschweren Förderprogramms zur Digitalisierung der Schulen in gleichem Umfang.

Zur Auswahl der Schulen sagte die Bildungsministerin, dass alle 62 Schulen, die an den Programmen „S4 – Schule stärken, starke Schule!“, „Schule macht stark“ und „Familiengrundschulzentren als multiprofessionelle Orte in Schule“ teilgenommen haben, auch zu den Startchancen-Schulen zählten.

Dazu habe das Land einen sogenannten Belastungsindex pro Schule berechnet. Dabei sei es darum gegangen, wie hoch der Anteil der Schülerinnen und Schüler sei, die ihre Schulbücher und Hefte kostenfrei erhalten, erklärte Hubig. Außerdem sei der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an den Schulen entscheidend gewesen. Dieser Faktor habe sich zusammengesetzt aus der Quote an Kindern mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit, einem Geburtsort im Ausland und der vorrangig gesprochenen Familiensprache. (dpa/lrs)

 

 

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