Eltern demonstrieren gegen Bus-Ausfälle

Ein Plakat mit der Aufschrift "Warnstreik" hängt an einer Bushaltestelle.

Region. Nach Monaten mit Streiks im privaten Busgewerbe und Ausfällen von für den Schulweg in Rheinland-Pfalz wichtigen Verbindungen sind Eltern auf die Straße gegangen und der Landeselternbeirat ergreift Initiative. Ziel sei ein runder Tisch, an dem alle Beteiligten zusammenkommen, sagte Landeselternsprecher Robert Stoffers am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Noch sei aber nicht von allen Seiten Bereitschaft signalisiert worden.

Ein Plakat mit der Aufschrift "Warnstreik" hängt an einer Bushaltestelle.
Foto: Thomas Frey/dpa

An einem solchen runden Tisch müssten die Arbeitgeberseite, Verdi, Kommunalverbände, Landräte und auch Vertreter von Verkehrs- und Bildungsministerium sitzen, sagte Reiner Schladweiler, zweiter stellvertretender Landeselternsprecher und Regionalelternsprecher für Trier. So wie aktuell könne es nicht weitergehen. In Trier waren Eltern am Donnerstag auf die Straße gegangen, um auf die für sie missliche Situation aufmerksam zu machen. Am Freitag folgte eine Kundgebung in Alzey, die vor der Kreisverwaltung endete. Nach Veranstalter- und Polizeiangaben waren es rund 40 Teilnehmer.

Im privaten Busgewerbe schwelt seit Monaten ein Tarifstreit, die Positionen der Vereinigung der Arbeitgeberverbände des Verkehrsgewerbes Rheinland-Pfalz (VAV) auf der einen und von Verdi auf der anderen Seite liegen nach wie vor weit auseinander. Zuletzt hatte die Gewerkschaft mehrfach unangekündigte Streiks organisiert, auch am Freitag wurde bei einigen Unternehmen wieder die Arbeit niedergelegt.

Ausfallende Busse sorgten dafür, dass Schüler und auch Lehrer erheblich verspätet oder gar nicht in die Schule kommen könnten, monierte der Landeselternbeirat schon vor Monaten. „Dabei gehen nach der Corona-Zeit weitere wichtige Unterrichtsstunden für unsere Kinder verloren.“ Eltern mit Grundschülern müssten ad hoc eine Betreuung organisieren, Urlaub nehmen oder ihre beruflichen Verpflichtungen gefährden.

Landeselternsprecher Stoffers sagte, Befragungen zufolge seien in Städten geschätzt mehr als zehn Prozent der Schüler betroffen, auf dem Land dürften es noch mehr sein. Dort seien die Entfernungen größer, Ersatzverkehr sei schwerer zu organisieren und Eltern hätten selbst oft längere Fahrten zur Arbeit und könnten nicht einspringen.

Auch die VAV teilte am Freitag mit, die Situation sei Schülerinnen und Schülern sowie Pendlern nicht länger zumutbar. „Wir brauchen endlich eine Lösung des seit Wochen und Monaten andauernden Tarifkonflikts“, sagte Geschäftsführer Heiko Nagel. Aus eigenen Kräften heraus schafften es die Sozialpartner jedoch nicht. Die VAV spreche sich für ein weiteres Mediationsverfahren aus. „Nur mit der Unterstützung Dritter kommen wir in dieser festgefahrenen Phase weiter.“

Verdi hatte in dem Tarifkonflikt monatlich 500 Euro mehr Lohn und Gehalt sowie eine Einmalzahlung von 3000 Euro für die Beschäftigten gefordert. Nach Auffassung der Arbeitgeber sind ohne einen ÖPNV-Index nur Lohnkostensteigerungen von im Schnitt 2,5 Prozent drin. Der Index, der laut Mobilitätsministerium kommen soll, soll unter anderem für einen flexibleren Ausgleich von Personalkosten durch Zuschüsse aus öffentlicher Hand sorgen. (dpa/lrs)

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